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Litauen wählt und stimmt ab

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Litauen wählt und stimmt ab

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Als Litauens Ministerpräsident Andrius Kubilius gewählt wurde, lag die Pleite der US-amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers gerade mal vier Wochen zurück. Bei der Parlamentswahl heute könnten ihn die Finanzkrise und sein dadurch ausgelöster Sparkurs das Amt kosten: Litauen stürzte in die Rezession ab, die Wirtschaft wächst erst seit zwei Jahren wieder. Umfragen sehen die oppositionellen Sozialdemokraten oder die Arbeitspartei vorn.

Zweites zentrales Wahlkampfthema war der Ersatz des stillgelegten Kernkraftwerks Ignalina.

Elvyra Kiliene:

“Ich meine, Kernkraftwerke sollten eingemottet werden. Heute gibt es Sonne, Wind und so weiter. Wir können sparsamer leben und die Natur schonen.”

Domas Balandis:

“Ich bin für Kernkraft. Ich stimme dafür. Manchmal ist Unabhängigkeit mehr wert als ein paar Cents mehr oder weniger auf der Stromrechnung.”

Die rund 2,6 Millionen Wahlberechtigten stimmen gleichzeitig über über ein neues Kraftwerk ab. Ein “Kernkraft nein danke” wäre rechtlich nicht bindend. Die konservativ-liberale Regierungskoalition hat sich aber schon auf “ja bitte” festgelegt.

Mit AFP, dpa, Reuters