Eilmeldung

Eilmeldung

Belgien: Flämische Nationalisten feiern Wahlerfolg

Sie lesen gerade:

Belgien: Flämische Nationalisten feiern Wahlerfolg

Schriftgrösse Aa Aa

Die flämischen Nationalisten feiern ihren Erfolg: Bei den Kommunalwahlen sind sie in Flandern, dem niederländischsprachigen Norden von Belgien, stärkste Kraft geworden.

Bart De Wever, der Chef der Neuflämischen Allianz, hat dabei auch persönlich gewonnen: Er führt künftig Antwerpen, Belgiens zweitgrößte Stadt.

De Wever hat aber weiterhin Größeres im Auge – schließlich will seine Partei für Flandern eine weitgehende Selbständigkeit: Es soll nicht mehr an das ärmere, französischsprachige Wallonien gebunden sein. Die belgische Zentralregierung ruft er nun zu Verhandlungen darüber auf.

Elio Di Rupo, der Sozialist und französischsprachige Regierungschef in Brüssel, hat daran aber kein Interesse: Der Ausgleich zwischen Flandern und Wallonien ist auch so schon mühsam genug. Voran kommt man hier nur in kleinen Schritten.

Nicht ohne Grund konnten sich Belgiens Parteien nach der letzten Wahl anderthalb Jahre lang nicht auf eine neue Regierung einigen. Auch damals, im Sommer 2010, hieß der Sieger schon Bart De Wever – mit seinen Forderungen konnte er aber vor allem in
Wallonien keine Partner finden.

Elio Di Rupo will die Kommunalwahlen nun aber als genau das verstanden wissen, als Wahl in den Kommunen: Zur Bundespolitik, sagt der Regierungschef, gebe es keine Verbindung. Man habe jetzt 2012; Belgiens neues Parlament werde erst 2014 gewählt.

Gerade in Antwerpen war der Wahlausgang aber ein Paukenschlag: Der Sozialist Patrick Janssens muss nach fast zehn Jahren im Amt gehen – dabei hatte seine Partei die Stadt seit Kriegsende faktisch ununterbrochen regiert.

Im Süden Belgiens, in Wallonien, wurden Di Rupos Sozialisten dagegen offenbar stärkste Kraft.