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Der große Sprung des Felix Baumgartner

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Der große Sprung des Felix Baumgartner

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Er ist Fallschirmspringer, Extremsportler und manche würden sagen, ein Verrückter. Der Österreicher Felix Baumgartner hat es tatsächlich geschafft. Aus einer Höhe von 38,6 Kilometern sprang er ab und landete sanft auf der Erde. Bei seinem Sprung aus der Stratosphäre durchbrach er mit einer erreichten Geschwindigkeit von 1,342,8 Km/h als erster Fallschirmspringer die Schallmauer.
Es ist vor allem Baumgartner zuzuschreiben, dass alles glatt lief. Er konnte die wilden Drehungen seines Körpers, in der ersten Phase des Sprungs kontrollieren.

Felix Baumgartner:
“Es gab einen Zeitpunkt, da dachte ich, du bist in Schwierigkeiten. Ich hatte einen Knopf, mit dem ich einen Bremsfallschirm hätte auslösen können. Aber ich wusste, wenn du den drückst, ist alles vorbei. Dann wird das nichts mit dem Durchbrechen der Schallmauer. Aber du musst bei dieser Geschwindigkeit schnell eine Entscheidung treffen. Drück ich den Knopf und bleibe am Leben, oder kämpfe ich und durchbreche die Schallmauer. Nach ein paar Sekunden hab ich gespürt, ich habs unter Kontrolle. Und deshalb hat alles geklappt.”

Der Sprung dauerte über neun Minuten, die Hälfte davon im freien Fall. Eine Meile über dem Boden öffnete Baumgartner seinen Fallschirm und landete sanft in der Wüste von New Mexiko.

Der furchtlose Felix brach nebenbei noch zwei weitere Rekorde. Höchster freier Fall und höchster bemannter Ballonflug. Und das alles, um wichtige Daten für künftige Raumfahrtmissionen zu sammeln.

Art Thompson, Technischer Direktor des Projekts:
“Das war ein Teil des Programms, ein Ausstieg in extremer Höhe, das Überstehen von Machgeschwindigkeit und der sichere Wiedereintritt. Wissenschaftlich gesehen, wird das bei zukünftigen Weltraumprogrammen nützlich sein. Felix hat das als Tespilot hervorragend bewiesen.”

Begonnen hatte die große Mission in einer Druckkapsel, die an einem Heliumballon besfestigt war. Der trug Baumgartner in die Stratosphäre. Etwa 30 Kameras, angebracht an der Kapsel, am Boden, an seinem Anzug und an einem Helikopter dokumentierten das Spektakel. Viele Menschen verfolgten den Sprung im Internet. Allerdings mit einer 20-sekündigen Verzögerung, falls doch etwas schief gehen sollte. 300 Menschen, darunter 70 Ingenieure, Wissenschaftler und Physiker waren an der Mission beteiligt und arbeiteten 5 Jahre an dem Projekt.

Niemand hat je die Schallmauer gebrochen, nur mit einem High-Tech Anzug bekleidet. Wie hat sich das angefühlt?

Felix Baumgartner:
“Das ist schwer zu beschreiben, denn ich habe nichts gespürt. In diesem Druckanzug spürst du gar nichts. Das ist wie eingegipst zu sein. Wann ich genau wie schnell war, das müssen wir uns anhand der Daten ansehen. Hab ich mich da noch gedreht, oder hatte ich schon die Kontrolle.
Es ist so, wenn du deine Geschwindigkeit bestimmen willst, brauchst du Referenzpunkte. Oder das Geräusch deines flatternden Anzugs. Aber ich hatte sowas nicht. Also wußte ich auch nicht, wie schnell ich bin.”

Was mit dem menschlichen Körper bei solch einer Belastung geschieht, war natürlich auch eine wichtige Frage dieses Projekts. Ein Spaziergang ist das sicherlich nicht. Kein Wunder also, dass der furchtlose Felix keinen weiteren Sprung dieser Art anstrebt.

Felix Baumgartner:
“Das war das Schwierigste in meinem Leben. Ich bin fertig.”

Kein Wunder. Schließlich hatte sein Team insgesamt 16 Risiken ausgemacht, die Baumgartner das Leben hätten kosten können. Aber es ging ja bei diesem Unternehmen nicht um den verrückten Traum eines Extremsportlers oder die Vermarktung eines Getränks. Die Entwicklung neuer Raumanzüge, Fallschirme und anderer Bestandteile, die einen Ausstieg im Weltraum sicherer machen sollen. Darum ging es doch, oder?