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"Entweder, einer kümmert sich um Syrien - oder die Krise schwappt über"


Syrien

"Entweder, einer kümmert sich um Syrien - oder die Krise schwappt über"

Der UN-Syrienvermittler Lakhdar Brahimi schätzt die Chancen für eine dauerhafte Waffenruhe in Syrien als “mikroskopisch klein” ein. Die Friedensbemühungen seien ein “sehr, sehr schwieriger Prozess”, sagte Brahimi nach einer Reise durch mehrere Länder der Region in Beirut im Libanon. Brahimi warnte eindringlich vor einem Übergreifen des blutigen Konflikts auf die Nachbarstaaten.

Lakhdar Brahimi, internationaler Syrien-Vermittler:

“Die Nachbarländer haben zwei Anliegen: Erst einmal kann niemand mehr das Leiden des syrischen Volkes ignorieren. Ich kann mir keinen vorstellen, der glücklich ist mit dem, was los ist in Syrien. Zweitens: Diese Länder sollten erkennen, wie wir von staatlicher Seite im Libanon gehört haben, dass diese Krise nicht bis ultimo innerhalb der syrischen Grenzen bleibt. Entweder, einer kümmert sich darum oder sie schwappt über.”

Sollte sich die Krise ausweiten, drohe sie “alles zu zerstören”.

Brahimi hatte den Konfliktparteien in Syrien eine vorübergehende Waffenruhe während des islamischen Opferfests in der kommenden Woche vorgeschlagen.

Nach Angaben des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Hilfe (Ocha) haben 1,2 Millionen der rund 21 Millionen Syrer durch die Kämpfe ihre vier Wände verloren. 2,5 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Der Bürgerkrieg habe sich inzwischen auf 10 der 14 syrischen Regierungsbezirke ausgebreitet. Insgesamt 336 000 Menschen seien in Nachbarländern und nordafrikanischen Staaten als Flüchtlinge registriert.

Mit dpa, Reuters

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