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Hirst: Eine Loreley für Illfracombe

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Hirst: Eine Loreley für Illfracombe

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Sie heißt “Verity” – zu deutsch Wahrheit, und sie überblickt neuerdings den Hafen des britischen Küstenstädtchens Illfracombe. Was die Menschen in Wahrheit von der Bronzestatue des Künstlers Damien Hirst halten, daraus machen sie kein Geheimnis. Die Gemüter sind geteilter Meinung – geteilt, wie auch der Körper dieser englischen Loreley-Ausgabe.

Eine Passantin meint, “sie ist kein Gewinn für die Menschen von Illfracombe. Das Ergebnis ist sehr hässlich und respektlos. Es wertet die Frauen ab.”

Ein englischer Rentner ist begeistert. Er schwärmt, “sie ist einfach inspirierend. Auf der einen Seite ist sie das schöne, ruhige und emotionale Abbild einer zukünftigen Mutter. Auf der anderen Seite das komplexe und gedankenträchtige menschliche Tier, das die Menschheit erhält. Das ist einfach fantastisch.”

Hirst leiht dem Devoner Küstenstädtchen die Bronzestatue für die nächsten 20 Jahre. Solange können sich die Schaulustigen noch an den Blick der 20m hohen Schwangeren gewöhnen. Viele Kritiker erhoffen sich, dass sie wenigstens den Tourismus befruchtet. Davon würde nicht zuletzt der großzügige Künstler selbst profitieren, der in Illfracombe ein Restaurant hat.

Damien Hirst’s website www.damienhirst.com/