Eilmeldung

Eilmeldung

Zweisprachig zum Erfolg

Sie lesen gerade:

Zweisprachig zum Erfolg

Schriftgrösse Aa Aa

Viele Kinder wachsen heute zweisprachig auf. Doch ist dieser Sprachenreichtum eher Hindernis oder Möglichkeit?

Bilingualismus in Afrika

In Südafrika gibt es elf Amtssprachen, aber Englisch wird immer wichtiger. In manchen Schulen ist das problematisch für Kinder, die zu Hause eine andere Sprache sprechen.

Die Kleinstadt Elliot ist die Heimat des neunjährigen Mbasa Sodladla. Er ist ein intelligenter Junge, trotzdem hat er einen entscheidenden Nachteil: Seine Muttersprache ist die Klicklautsprache Xhosa, in südafrikanischen Schulen wird aber auf Englisch und Afrikaans unterrichtet. Um seine Schulaufgaben zu verstehen, musste Mbasa eine ihm völlig fremde Sprache lernen.

Doch Mbasa hat Glück – seine Schule verfolgt eine neue Sprachpolitik: Vom ersten Schultag an werden die Kinder zweisprachig unterrichtet. Dadurch fühlen sich die Familien der Kinder besser einbezogen. Jetzt können auch Eltern, die nur wenig Englisch sprechen, ihren Kindern bei den Hausaufgaben helfen – weil diese auch auf Xhosa vorliegen.

Dieses Beispiel ist lediglich ein kleiner Schritt auf dem Weg zu einem mehrsprachigen Südafrika. Einem Kind ermöglicht es aber eine bessere Bildung – und damit die Chance auf eine bessere Zukunft.

Mazedonisch? Oder Albanisch? Oder beides?

Die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien leidet unter Spannungen zwischen Albanern und Mazedoniern. Nationalistische Politiker gründen Schulen für ihr eigenes Volk – und fördern damit die Spaltung der Gesellschaft schon von Kindheit an. Experten sind sich einig, dass dieser Mangel an zweisprachiger Erziehung die heutigen Probleme verschlimmern wird.

Ausnahmen gibt es nur wenige. Eine davon ist das Mosaik-Projekt im Orce Nikolov Kindergarten in Skopje. Dort spielen Kindern aus mazedonisch- und albanischen Familien gemeinsam – und lernen dadurch beide Sprachen schon sehr früh. So legen sie die zweite Sprache in einer eigenen Gehirnregion ab – und beherrschen sie wie eine Muttersprache.

Dennoch herrscht in den meisten Regionen des Landes immer noch gesellschaftlicher Druck. Zweisprachige Projekte können helfen, ihn abzubauen. Dazu muss aber zuerst verstanden werden, dass Mehrsprachigkeit eine Chance auf eine bessere Zukunft ist.

Ohne Vorurteile in die multilinguale Gesellschaft

Im Jahr 2008 hatten etwa 40 Prozent der Kinder, die in Paris auf die Welt kamen, mindestens ein ausländisches Elternteil. Dennoch ist es für sie schwierig, zweisprachig aufzuwachsen. Mehrsprachige Kinder haben oft mit Vorurteilen zu kämpfen.

In Frankreich leben heute mehr als 5 Millionen Menschen, die Französisch nicht als Muttersprache erlernten. Dennoch zögern viele Eltern, ihre Kinder zweisprachig zu erziehen. Denn Sprachen wie Arabisch oder Türkisch sind oftmals mit Vorurteilen behaftet.

Um das in Zukunft zu vermeiden, versucht Barbara Abdelilah Bauer Vorurteile abzubauen. Denn: je mehr zweisprachige Menschen auf der Welt leben -desto besser werden Ausländer in die Gesellschaft integriert.