Eilmeldung

Eilmeldung

Athen an Brüssel - mit unfreundlichen Grüßen

Sie lesen gerade:

Athen an Brüssel - mit unfreundlichen Grüßen

Schriftgrösse Aa Aa

Brandflaschen, Tränengas, beißender Gestank und Schlagstöcke – all das in Athen galt der Regierung. Obwohl – oder eher weil deren Chef Antonis Samaras 2000 Kilometer weit weg war, beim EU-Gipfel in Brüssel. 500 zum Teil Vermummte mischten sich in die Demonstration zehntausender Menschen und schleuderten Brandflaschen auf die Polizei. Ein 65-Jähriger, der friedlich protestierte, erlitt einen tödlichen Herzinfarkt. Mehr als 50 Menschen wurden vorübergehend festgenommen.

Costas Drosis, Arbeiter in der Elektroindustrie:

“Es gibt ja keinen Arbeiter in Griechenland, dessen Leben nicht an die Wand gefahren wurde. Wir trauen denen nicht mehr. Die zwängen uns ein, von allen Seiten. Das ist wie ein endloses Auspeitschen.”

Maria Smirin, Supermarkt-Angestellte:

“Ich hoffe, die sehen uns zu. Wir sagen: Wir lassen uns das nicht gefallen. Nicht diese Maßnahmen gegen die Arbeitnehmer.”

Demonstrationen und Streiks in Athen und anderen Städten richteten sich gegen das jüngste Sparpaket von 13,5 Milliarden Euro. Ministerien, Schulen und zahlreiche Behörden blieben geschlossen.

Der EU-Gipfel will in der Schlusserklärung reagieren, vermutlich in der Tonlage der Troika:
Die hatte von “umfassenden und produktiven Diskussionen” mit den griechischen Behörden gesprochen. Man sei grundsätzlich einig über weitere Sparanstrengungen. Details seien noch zu klären.

Mit Reuters, dpa