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Farc-Verhandlungen: Kein Wort über die Vermissten

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Farc-Verhandlungen: Kein Wort über die Vermissten

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Die Friedensverhandlungen zwischen der kolumbianischen Regierung und der linksgerichteten Farc-Guerilla sollen Mitte November in Kuba fortgesetzt werden. Das beschlossen die beiden Parteien bei ersten Gesprächen in Oslo.

Die Familien der Opfer des Konflikts wollen auch zu Wort kommen. In der kolumbianischen Hauptstadt Bogota gingen Hunderte Menschen auf die Straße. Sie setzen sich dafür ein, dass die Opfer nicht vergessen werden und fordern Gewissheit für die Familien der Vermissten: “Sie sollten über die Vermissten sprechen. Diese Gespräche sind sehr wichtig. Wir haben unser Leben lang für eine politische Lösung dieses Konflikts gekämpft. Doch wir sollten bei den Verhandlungen dabei sein.”

Viele Kolumbianer fühlen sich links liegen gelassen: “Wir wollen, dass die Regierung uns zuhört und fordern von den Anführern der FARC, dass sie uns sagen, was mit unseren Angehörigen geschehen ist, die entführt worden sind und bis heute als vermisst gelten. Wie können sie heute sagen, dass es keine Enführten gibt, wenn tausende Menschen wegen der Farc verschwunden sind?”

In dem fast 50-jährigen Konflikt sind rund 200.000 Menschen getötet worden. Die Bevölkerung hat genug von der Gewalt und sowohl die Farc-Rebellen als auch die Regierung haben eingesehen, dass der Krieg militärisch nicht zu gewinnen ist.