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Libanon: "Sie bringen uns um"

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Libanon: "Sie bringen uns um"

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Die Lage im Libanon bleibt nach den Ausschreitungen der vergangenen Tage weiter äußerst angespannt. In der Hauptstadt Beirut wurden bei Schießereien am Montagmorgen fünf Menschen verletzt. Polizei und Armee versuchen, die Ordnung wiederherzustellen. Aber noch immer bewaffnete Gruppen unterwegs, kontrollieren vereinzelt Straßen und Häuserzeilen.

Ein vermummter Kämpfer meint: “Wir haben in diesem Land einen Punkt erreicht, wo unsere Rechte verletzt werden. Wir haben einen Punkt erreicht, wo wir einfach nicht so weitermachen können. Es sollte einen Ausgleich zwischen diesen beiden Glaubensrichtungen geben.”

Auch in Tripoli patrouillieren Sicherheitskräfte. In der Nacht kamen hier bei Schießereien zwischen pro- und anti-syrischen Gruppen drei Menschen ums Leben, darunter auch ein neunjähriges Mädchen.

Ein Mann sagt: “Sie bringen uns um, sie bringen die Sunniten mit all ihren Anführern um. Wenn der Staat das nicht beenden kann, dann brauchen wir ihn nicht. Der Staat ist am Ende. Ich sage allen Soldaten und Polizisten, Schiiten und Sunniten, jeder soll bei seiner Glaubensrichtung bleiben.”

Auslöser der Ausschreitungen war der Anschlag, bei dem der libanesische Geheimdienstchef starb. Die antisyrische Opposition vermutet, dass Syrien hinter dem Anschlag steckt. Die libanesische Armee sagte, das Land stehe vor einer kritischen Zeit. Sie will eigenen Angaben nach den öffentlichen Frieden wiederherstellen.