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"Ich möchte nur leben, sonst nichts" - Kriegskinder in Syrien

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"Ich möchte nur leben, sonst nichts" - Kriegskinder in Syrien

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“Da oben kommt er” – was machen Kinder und Jugendliche in Aleppo, wenn sie einen Bomber der syrischen Luftwaffe sehen? Luftalarm? Schutzräume? Alles Fehlanzeige im syrischen Bürgerkieg. Viel mehr bleibt nicht als “Alahu Akbar” zu rufen – “Gott ist größer.” Man rennt in den nächsten Laden, schmeißt sich unter ein Auto, irgendwas.

Und dann sind die Bomben da und die Opfer. Mindestens jedes zehnte der bis zu 30 000 Opfer des Bürgerkriegs in Syrien ist ein Kind oder Jugendlicher, schätzen UNO und Menschenrechtler. Die die überleben, sind oft äußerlich oder innerlich schwer verletzt.

Assistenzarzt Abu Fouz:

“Presse, Weltöffentlichkeit, hilft uns auch nicht weiter. Machen ihre Bilder, alles für die Tonne. Niemand tut was. Wir machen das hier seit zwei Jahren durch, nichts passiert.”

In diesem menschenverachtenden Chaos versucht eine ganze Generation, zu überleben. Bloß nicht als menschlicher Schutzschild für irgendgemanden herhalten. Bloss nicht zwischen die Linien geraten. Viele der von der britischen Organisation “Save the Children” befragten Opfer hatten später keine Ahnung, wer ihnen Gewalt angetan hat.

Hussein (15):

“Wir müssen ja überleben, irgendwie. Arbeit gibt es nicht. Also suche ich im Müll nach Nylon, Blech, Metall. Das verkaufen wir für was zu essen.”

Schule? Die meisten sind zu. Schule des Lebens.

Ahmad (14):

“Ich möchte nur leben, sonst nichts. Außerdem kann ich die Gefahr nicht einschätzen. Ich habe jüngere Geschwister. Die brauchen auch was zu beißen.”

Ohne Hilfe können traumatisierte Kinder ein Leben lang leiden. Selbst Kinder von Kriegskindern fühlten sich oft noch einsam und entwurzelt, so europäische Psychotherapeuten wie die Lübecker Kriegsfolgenspezialistin Bettina Alberti über die Folgen des Zweiten Weltkriegs.

Mit Reuters, AFP