Eilmeldung

Eilmeldung

Muslimische Pilgerfahrt im Schatten des Syrienkriegs

Sie lesen gerade:

Muslimische Pilgerfahrt im Schatten des Syrienkriegs

Schriftgrösse Aa Aa

Millionen muslimische Gläubige sind zur jährlichen Pilgerfahrt Haddsch in Mekka eingetroffen. In der Stadt im Westen Saudi-Arabiens liegen die zentralen Heiligtümer des Islam. Die diesjährige Wallfahrt wird überschattet vom Syrienkrieg und dem damit verbundenen innerislamischen Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten. Und so bringen viele Pilger einfach den Wunsch nach Frieden mit.

Ein libyscher Pilger meint: “Ich wünschte, alle Araber wären vereint. Auch mein Land Libyen soll mit all seinen Städten in Einigkeit leben. Alle sollten an einem Strang ziehen und das Blutvergießen und Töten in Libyen beenden.”

Ein in Saudi-Arabien lebender Syrer meint: “Ich bete zu Gott, dass sich die Lage in Syrien beruhigt. Es ist furchtbar dort und das Opferfest Eid al-Adha wird in diesem Jahr nicht so froh wie früher.”

Syrern ist es in diesem Jahr wegen der politischen Spannungen zwischen Saudi-Arabien und Damaskus nicht möglich, aus Syrien nach Mekka zu reisen. Das sunnitische Saudi-Arabien hat sich gegen die schiitisch-alewitische Regierung in Syrien gestellt und fordert, die Rebellen auch ganz offiziell mit Waffen beliefern zu dürfen. Indes sind gut zwei Millionen Muslime aus gut 160 Ländern in Mekka. Die Händler machen das Geschäft des Jahres und viele Gläubige die Erfahrung ihres Lebens.

Ein aus England angereistes Mädchen meint: “All die Menschen aus der ganzen Welt sind hier an einem Ort, beten zu einem Gott und sind miteinander verbunden. Denn wir sprechen zwar alle unterschiedliche Sprachen, aber es gibt dieses eine Wort, das alle verstehen: Salam, Frieden. Das ist so toll.”

Die Pilgerfahrt ist eine der fünf Säulen des Islam und sollte von jedem Muslim mindestens einmal im Leben unternommen werden.