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Auto-Krise greift weiter um sich

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Auto-Krise greift weiter um sich

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Die Krise am europäischen Automarkt hat nun auch den US-Hersteller Ford getroffen. Wegen schwacher Absatzzahlen in Europa verzeichnete der Konzern in diesem Jahr einen Verlust in Höhe von umgerechnet 1,2 Milliarden Euro – und zieht Konsequenzen: Neben dem Werk im belgischen Genk sollen nun auch zwei kleinere Werke in Großbritannien geschlossen werden. “Ich habe hier 25 Jahre lang gearbeitet”, beschwert sich ein Mitarbeiter. “Ich kam hierher, nachdem ich bei Marconi arbeitslos geworden bin. Es ist wirlich schrecklich.” Ein anderer findet die Vorgangsweise des Konzerns “heuchlerisch”: “Ich glaube, die Gewerkschaften wurden von Ford zum Narren gehalten.” Und ein dritter Ford-Mitarbeiter nimmt es mit stoischer Ruhe: “Natürlich bin ich nicht glücklich, aber es ist wie es ist.” Die britischen Werke, die nun dichtgemacht werden sollen, befinden sich in Southampton und Dagenham. Insgesamt gehen mit den Schließungen in Großbritannien und Belgien mehr als 6.000 Arbeitsplätze verloren.

In Frankreich kämpft Peugeot Citroën ums Überleben – und mit den Gewerkschaften, die gegen den angekündigten Abbau von rund 8.000 Stellen protestieren. Die französische Regierung versprach dem Konzern bereits staatliche Garantien in Milliardenhöhe. Immerhin ging der Umsatz von Peugeot im dritten Quartal um 8,5 Prozent zurück.

Und auch andere Hersteller stecken in Schwierigkeiten. Bei Daimler etwa schrumpfte der Gewinn im dritten Quartal um 11 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Der Autobauer reduzierte daraufhin seine Jahresziele und verordnete sich selbst ein milliardenschweres Sparprogramm.