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Dubrowka-Tragödie: "Die meisten Geiseln hat die Regierung auf dem Gewissen"

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Dubrowka-Tragödie: "Die meisten Geiseln hat die Regierung auf dem Gewissen"

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Sie trauern seit zehn Jahren. Jetzt wollen die Angehörigen die Wahrheit wissen, endlich. Im Moskauer Musicaltheater “Nord-Ost” waren nach tagelangem Geiseldrama mehr als 170 Menschen gestorben, die meisten nicht von der Hand der 40 Geiselnehmer aus Tschetschenien. Sie erstickten an einem Betäubungsgas, das vor dem Sturm in das besetzte Theater gepumpt wurde. Dessen Zusammensetzung halten die russischen Behörden bis heute unter Verschluss.

Igor Trunow, Opferanwalt:

“Nur ganz wenige sind ja durch die Terroristen gestorben. Die meisten Geiseln hat die Regierung auf dem Gewissen. Also gab es auch keine angemessene Untersuchung.”

Auch beim Gedenken am Tatort warfen Hinterbliebene Kremlchef Wladimir
Putin vor, die Details der Befreiungsaktion weiter geheim zu halten.

Am 26. Oktober 2002 hatten Sicherheitskräfte nach etwa drei Tagen das Theater gestürmt, in dem die schwerbewaffneten Besetzer gut 900 Geiseln festhielten.

Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof verurteilte Russland zu 1,3 Millionen Euro Entschädigung für die Familien. Planung und Untersuchung des Sturms auf das Theater verletzten europäisches Recht.

Mit AFP, dpa