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Kanada zeigt sechs Wochen iranische Kunst

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Kanada zeigt sechs Wochen iranische Kunst

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Toronto ist der Gastgeber für mehr als 150 iranische Künstler, die ihre Kunstwerke während des sechswöchigen iranischen Art Festival präsentieren. Die Ausstellung zeigt Bilder, Skulpturen, Filme und Grafik-Design.

Die Skulpturen der Bildhauerin Mahsa Karimizadeh sind für ihre feministischen und sexuellen Anspielungen bekannt. Vergangenes Jahr wurden sie im Iran ausgestellt und sind jetzt in Toronto zu sehen. Kurator Pooyan Tabatabaei:
“Mahsa Karimizadeh ist eine der wenigen iranischen Bildhauer, die gern den Raum nutzt; ihre Werke beziehen sich auf erotische Themen.”

Im Gegensatz zu ähnlichen Festivals, die die Werke von iranischen Exil-Künstlern präsentieren, ist ein Großteil der Arbeiten des kanadischen Festivals von im Iran lebenden Künstlern. Dazu gehört Leila Rezvani, deren Bilder immer wieder das Thema Hijab variieren, das Kleidungsstück, mit dem muslimische Frauen ihre Haare verhüllen. Aufgrund des sensiblen Themas wurden ihre Bilder nie im Iran gezeigt.

In den abstrakten Gemälden des Künstlers Bahman Nakhjavan dominiert die Farbe Rot. Er überlässt dem Betrachter die Interpretation
seiner Bilder: “Meine Bilder geben dem Betrachter die Freiheit, sein eigenes Bild, seine eigene Sicht zu empfinden. Man sieht nichts auf meinen Bildern, aber wenn man sie für eine oder zwei Minuten betrachtet, wird jeder in ihnen das wahrnehmen, was er sehen will.”

Neben vier Kunstausstellungen werden während des Festivals vier musikalische Darbietungen sowie eine Auswahl der besten iranischen Kurz-und Dokumentarfilme gezeigt. Außerdem gibt es eine Fotoausstellung mit den Werken von 27 Künstlern. Golnaz Moghaddam präsentiert die jüngsten Entwürfe aus ihrer Serie mit dem Titel “Menschen und Objekte”. Der Kurator Pooyan Tabatabaei:
“Eines der wichtigsten Merkmale guter Künstler ist, dass sie nie die Heiterkeit ihrer Kindheit vergessen. Was Sie hier über meinem Kopf sehen, ist ein wunderbarer Ausdruck dieser Haltung und außerdem ein sehr gutes Beispiel für zeitgenössische Kunst.”

Für die über 150.000 in Kanada lebenden Iraner ist das Toronto Festival eine gute Gelegenheit für einen kulturellen Austausch mit ihrem Gastland. Dagegen sind die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern auf dem niedrigsten Stand seit Langem, als vor zwei Monaten in Kanada und im Iran die jeweiligen Botschaften geschlossen wurden.

Euronews-Reporter Mohammad Mohammadi:
“Vor zwei Jahren wurde das iranische Artfestival nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen im Iran abgesagt. In diesem Jahr wurden vielen der im Iran lebenden Künstlern aufgrund der aktuellen diplomatischen Krise kein Visum für die Teilnahme am Festival erteilt. Es hat den Anschein, dass iranische Künstler auch außerhalb ihres Landes von der Politik eingeholt werden.”

Mehr Informationen im Internet:
http://sixweeks.org