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Sandy in New York: Nur noch die Touristen draußen

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Sandy in New York: Nur noch die Touristen draußen

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Am Montagvormittag war in New York alles geschlossen. Wie die meisten großen Geschäfte und auch die Fast-Food-Restaurants hat MACYS am Sonntagabend dicht- und am Montag gar nicht erst wieder aufgemacht. Viele Einrichtungen wie Schulen sind schon jetzt bis mindestens Mittwoch geschlossen. Alle Touristen-Attraktionen sind geschlossen. Vor dem MoMA verteilt ein sehr freundlicher Angestellter kostenlose Eintrittskarten für einen anderen Tag, doch viele kulturbegeisterte Touristen haben ohnehin schon für den New York City Pass bezahlt, mit dem man auch sich auch die Kunstwerke im MoMA anschauen kann.

In der 5th Avenue tummeln sich am Montagmorgen dennoch viele Touristen – in Anoraks und Regencapes – und machen Fotos vor den geschlossenen Geschäften wie Abercrombie’s und dem Apple Flagship Store.

Bei Apple liegen wie vor einigen anderen Geschäften einige Sandsäcke vor dem Eingang des würfelförmigen Eingangs.
Nur der Juwelierladen SAKS in der 5th Avenue hat alle Schaufenster barrikadiert. Französische Touristen rätseln, ob man sich da bereits im Vorfeld vor Plünderungen fürchtet.

Die Franzosen sind in der Mehrheit unter den Touristen in New York – schließlich hat dort das ganze Land gerade Herbstferien. Für einige französische Reisende hatten diese Ferien schon schlecht begonnen, weil sie wegen des Sturms in Deutschland ihre Anschlussflüge in Frankfurt verpasst hatten. Aber das Chaos am Frankfurter Flughafen, wo viele schon mehr als zwei Stunden vor dem Lufthansa Service Center Schlange standen, ist nicht zu vergleichen mit der Situation in New York. Die US-Medien nennen Sandy, schon bevor der Sturm die Metropole überhaupt erreicht hat, einen “Monster Storm” von historischen Ausmaßen.

Die Nachrichtensender berichten über nichts anderes mehr als über Sandy. Der Sturm hat den Wahlkampf unterbrochen. Barack Obama ruft die Bürger dazu auf, die Aufforderungen zur Evakuierung zu befolgen. Wo sich Mitt Romney während des Sturms aufhält, ist laut CNN nicht bekannt – wahrscheinlich in Ohio.

Am Montagmittag setzt dann der Regen ein. Einige New Yorker nutzen den freien Tag zum Joggen in kurzen Hosen, andere führen noch schnell den Hund aus. Nur ganz wenige sind mit dem Fahrrad unterwegs.

In den wenigen Läden, die noch geöffnet sind, kaufen die Touristen Chips, Schokolade, einige suchen nach Kerzen, denn schließlich wird damit gerechnet, dass für Hunderttausende der Strom ausfallen soll. Am Nachmittag kehren auch die meisten Touristen in ihre Hotels zurück – vor den Fernseher und die Berichte über Sandy.