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Ernsthaft spielen
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“Serious Games” sind digitale Spiele, die nicht primär dem Spaß dienen, sondern für ernsthafte Zwecke wie Lernen, Marketing oder Kommunikation eingesetzt werden. Laut den Entwicklern sind sie ein revolutionäres Werkzeug, um schwierige oder heikle Fragen auf einfache und manchmal amüsante Weise zu lösen. Auf der 8. “Serious Games”-Messe in Lyon haben kürzlich 40 Aussteller die neuesten Technologien und Trends vorgestellt.

Euronews-Reporter Claudio Rocco:
“Serious Games gibt es jetzt seit vielen Jahren, was sind die großen Trends für die Zukunft?”

Tanguy Selo, Messeveranstalter:
“Serious Games werden im Ausbildungssektor eingesetzt, um Mitarbeiter mit unbekannten Situationen vertraut zu machen. Ein weiterer Trend liegt im Marketingbereich, um neue Produkte zu verkaufen. Auch im Gesundheitssektor werden immer öfter ‘Serious Games’ eingesetzt. Dort sind sie bei manchmal schwierigen therapeutischen Behandlungen nützlich, die bei schweren Abhängigkeiten eingesetzt werden. Die Spiele dienen auch dazu, den Stress im Krankenhaus zu vermindern.”

Es gibt beispielsweise E-Learning-Spiele wie dieses für Führungskräfte der Firma ITycom, mit dem man lernen kann, ein Mitarbeitergespräch zu führen. Es hilft dem Lernenden, angemessene Reaktionen zu trainieren.

Yann Teyssier, CEO von ITycom:
“Sie sind in einer Situation, in der Sie Kritik üben müssen. Folgende Lage: Sie sind der Manager und diese Mitarbeiterin ist zwar sehr erfolgreich auf der kommerziellen Ebene, aber sie hat Probleme damit, im Team zu arbeiten. Wie gehen Sie mit dieser Situation um? Sie redet mit Ihnen, sie erzählt Ihnen aus ihrem Leben, aus ihrer Kindheit, wie es ihr geht usw. Man kann sie unterbrechen oder nicht. Dann gibt es verschiedene Möglichkeiten: Man kann ihr die Leviten lesen, ihr die Bedeutung des aktuellen Problems erklären oder sie loben.”

Euronews-Reporter Claudio Rocco:
“Was ist der Vorteil des Online-Lernens im Vergleich zum traditionellen Lernen?”

Yann Teyssier:
“‘Serious Games’ ergänzen die traditionelle Ausbildung. Das heißt, wir benutzen die Simulation, um Gesprächssituationen – wie hier – nachzuspielen, oder andere Situationen zu simulieren. Man lernt aus Erfahrung und man lernt aus seinen Fehlern.”

Die Firma KTM hat ein 3D-Spiel für Techniker entwickelt, um ihnen beizubringen, wie man digital einen Motor repariert. Zuerst wird der Motor durchsichtig, sodass man die Teile im Inneren sehen kann. Dann muss man den richtigen Schraubenzieher auswählen, um den Motor zu zerlegen. Mit diesem Spiel kann man die aktuellsten Motormodelle kennenlernen.”

Ein anderes Beispiel aus dem technischen Sektor präsentiert das Unternehmen “Operantis”: Sie haben ein Simulationsspiel für Zugführer entwickelt, mit dem sie ihre Arbeit trainieren können. Dieses Spiel ersetzt große Simulatoren oder reale Züge. Es bietet verschiedene Szenarien und Lernziele und am Ende kann ein Lehrer, die Leistungen auswerten.

Euronews-Reporter Claudio Rocco:
“Hier auf der Messe für ‘Serious Games’ gibt es auch Fahrzeug-Simulatoren, mit denen man Tricks für das Fahren bei Schnee lernen kann.”

Ein weiterer Fahrzeug-Simulator wird von der Firma “Serious Factory” vorgestellt. Dort können Lkw-Fahrer das sogenannte “Öko-Fahren” trainieren, d.h. sie lernen, wie man Kraftstoff sparend fährt. Auf einer Anzeige kann der Fahrer die Resultate seiner Fahrweise kontrollieren. Außerdem wird er gewarnt, wenn er gegen eine Regel verstößt.

Ein Videospiel soll Jugendlichen die Gefahren des Alkoholmissbrauchs nahebringen. Es führt ihnen auf drastische Weise vor, dass es uncool ist, zu trinken.

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