Eilmeldung

Eilmeldung

New York am Tag nach Sandy

Sie lesen gerade:

New York am Tag nach Sandy

Schriftgrösse Aa Aa

Am Tag nach Sandy sind viele Menschen auf den Straßen von New York – viele kommen auch nach draußen, weil es in ihren Wohnungen keinen Strom mehr gibt. Sie gehen etwas Warmes essen, nehmen einen heißen Kaffee im Becher mit nach Hause.
Viele Leute haben Gepäck dabei, ziehen einen Koffer hinter sich her. Dabei gibt es nach wie vor keine öffentlichen Verkehrsmittel, keine Züge, keine Flüge… Einige sind sicher auf dem Weg zu Freunden oder in ein Hotel, in denen der Strom nicht ausgefallen ist. Doch auch in einigen Luxushotels nicht weit vom Central Park gibt es keinen Strom. In Chelsea funktionieren die Ampeln nur nördlich der 23. Street. Einige Cafés sind geöffnet, obwohl es keinen Strom gibt oder obwohl die Fassade beschädigt ist. Alle großen Geschäfte sind geschlossen.
Viele Leute müssen lange auf ein Taxi warten. Es fahren zwar viele Taxis auf den Straßen, aber die meisten sind voll – und offenbar sind einige Taxifahrer wählerisch und wollen nicht jeden Kunden nehmen.
Am Times Square tummeln sich die Touristen, die Werbevideos auf den riesigen Bildschirmen flimmern, als wäre nichts passiert – nur auf der Tafel mit den Börsenkursen ziehen lauter Nullen entlang. Schließlich ist die Wall Street den zweiten Tag in Folge geschlossen. Auch am Times Square sind die Geschäfte bis auf einige Souvenir-Shops alle zu. Bei KFC gleich gibt es keine Auswahl bei den Getränken mehr, der Ketchup ist auch ausgegangen, die Angestellten wirken ein wenig überfordert.

Am Bahnhof Grand Central Terminal versuchen die Touristen einen Blick in die riesige Halle zu ergattern – durch die Scheiben der geschlossenen Tore. Einige Arbeiter kommen aus dem Bahnhof.
In der Madison Avenue öffnen Angestellte der Elektrizitätsfirma EdCon einen Schacht nach unten – auch in Teilen dieser Prachtstraßen sowie im unteren Teil der 5th Avenue ist der Strom ausgefallen. Und niemand will eine Prognose dazu abgeben, wann wieder alles funktioniert.
Aus einige Tunneln muss erst das Flutwasser abgepumpt werden. Das Subway-System sei noch nie so stark beschädigt worden, heißt es. Aber wenn die öffentlichen Verkehrsmittel nicht funktionieren, können auch die Schulen nicht wieder geöffnet werden. Vom ganz normalen Alltag ist New York am Tag nach Sturm Sandy noch weit entfernt.