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Ultranationalisten holen 9 Prozent bei Wahl in der Ukraine

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Ultranationalisten holen 9 Prozent bei Wahl in der Ukraine

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Die ultranationalistische Partei Swoboda, zu deutsch Freiheit, hat bei der Parlamentswahl in der Ukraine überraschend knapp 9 Prozent der Stimmen gewonnen. Dieses Ergebnis sorgt bei der jüdischen Gemeinde des Landes und in Israel für Besorgnis. Rabbi Pynchas Vyshedski sagte dazu gegenüber Euronews:

“Leider habe ich in den letzten Jahren nicht nur ein oder zwei ihrer Pamphlete gelesen. Ich brauche keine Beweise mehr um zu wissen, dass diese Leute Antisemiten sind.”

Auch in Israel wurden von offizieller Seite Bedenken ob des Wahlerfolgs von Swoboda geäußert. Der Chef des inter-parlamentarisch ukrainisch-israelischen Komitees meint:

“Wir können nicht verstehen, warum diese Partei an Wahlen teilnehmen darf. Wir verstehen den Demokratiegedanken in der Ukraine, aber solche Parteien sollten ausgeschlossen werden.”

Die Parteiführung von Swoboda wehrt sich gegen die Vorwürfe, auch wenn ukrainische Politikwissenschaftler bestätigen, dass es in der komplexen Bewegung auch antisemitische Elemente gibt. Und Parteichef Oleh Tahnybok erklärt:

“Ich möchte den Offiziellen in Israel noch einmal sagen: Wir respektieren ihre patriotischen Gefühle, den Patriotismus ihrer Bürger. Bitte respektieren sie auch die Gefühle der Ukrainer und ihr Recht darauf, ihren Willen frei zum Ausdruck zu bringen.”

In Israel und der westlichen Welt wird man es sicher nicht gerne sehen, dass die “Vereinte Opposition” von Julia Timoshenko Swoboda als Koalitionspartner akzeptiert hat.