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Am 1. November 2011 übernahm Mario Draghi das Amt des EZB-Präsidenten von Jean-Claude Trichet. Seither wird Draghis Politik heftig diskutiert. Im Kampf gegen die Eurokrise reizt er seine Möglichkeiten bis an ihre Grenzen aus. Im Juli tat er seinen berühmten – und umstrittenen – Ausspruch: “Wir werden alles tun, was nötig ist, um den Euro zu retten – und glauben Sie mir, es wird genug sein.”

Und um den Euro zu retten, griff Draghi tief in die Trickkiste. Rund eine Billion Euro pumpte er mit Hilfe so genannter längerfristiger Refinanzierungsgeschäfte in die europäische Wirtschaft, um den Euro-Geldmarkt zu stützen und zu stabilisieren. Auch die Zinsschraube machte Draghi sich zunutze: Er senkte den Leitzinssatz für die Eurozone auf das Rekordtief von 0,75 Prozent und beließ ihn dort – obwohl niedrige Zinsen für starke Volkswirtschaften wie Deutschland problematisch werden können.

Besonders umstritten ist das Anleihen-Ankaufprogramm der EZB. Notfalls will Draghi Staatsanleihen von Krisenstaaten unbegrenzt ankaufen, wenn die Länder unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen. Manche Experten sehen darin eine unerlaubte Staatsfinanzierung durch die EZB.

Und dann ist da die geplante Bankenreform: Die EZB soll an der Spitze einer europäischen Bankenaufsicht stehen. Das jedoch stößt bei vielen Staaten auf Widerstand, zudem müsste die EZB grundlegend umgebaut werden. Draghi selbst räumte bereits ein, dass die Bankenaufsicht in der derzeit geplanten Form wohl nicht umsetzbar sein werde.

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