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Journalist muss sich vor Gericht verantworten

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Journalist muss sich vor Gericht verantworten

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In Griechenland ist dem Journalisten, der kürzlich eine Liste mit angeblichen Steuersündern veröffentlichte, in Athen der Prozess eröffnet worden.

Der Herausgeber des Magazins “Hot Doc”, Kostas Vaxavanis, wird beschuldigt, mit dem Abdruck Persönlichkeitsrechte verletzt zu haben.

Sein Magazin hatte die Klarnamen von rund 2000 Griechen genannt, die Gelder auf Konten in der Schweiz verschoben haben sollen.

Aus diesem Grund muss sich der 46-Jährige nun vor Gericht verantworten. Wird Vaxavanis verurteilt, drohen ihm bis zu zwei Jahren Haft.

Aus Sicht des internationalen Journalistenbundes eine Farce:“Wir waren erstaunt, als wir letzte Woche erfuhren, was hier vor sich geht. Aus diesem Grund bin ich hergekommen, um den Vorgang zu bezeugen. So etwas geschieht nicht in vielen Ländern, die Anklage muss unbedingt fallen gelassen werden.”

Die sogenannte “Liste Lagarde” setzt sich aus französischen Datenabfragen zusammen und beinhaltet die Namen von griechischen Bürgern, die in den vergangenen zehn Jahren Geld in die Schweiz überwiesen hatten.

Die damalige französische Finanzministerin Christine Lagarde hatte die Liste bereits 2010 den griechischen Behörden übergegeben, die sie aber verschwinden ließen.

Die Liste wurde inzwischen auch von der größten Tageszeitung Griechenlands für Jederman frei einsehbar nachgedruckt.