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Nach Sandy: Nur ein bisschen Halloween

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Nach Sandy: Nur ein bisschen Halloween

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Halloween in New York – kein Halloween wie sonst, denn es ist Tag 2 nach Wirbelsturm Sandy. Der abgeknickte Kran in der 57th Street ragt noch seltsam in die Höhe – eine Art Wahrzeichen für Sandy. Erst am Freitag soll versucht werden, mit einem höheren Kran den Absturz des abgeknickten Teils zu verhindern. In vielen Vierteln gibt es nach wie vor keinen Strom. Viele Menschen sind zu Fuß unterwegs, haben Gepäck dabei und ziehen Koffer hinter sich her von Downtown nach Uptown, wo der Strom funktioniert. Andere fahren mit dem Fahrrad zur Arbeit und von der Arbeit nach Hause. Denn zumindest dort, wo es Strom gibt, haben die Geschäfte wieder geöffnet. Nicht überall gleich am Morgen, doch vor Abercrombie’s in der 5th Avenue stehen die Touristen vor den Sandsäcken Schlange, bevor der Laden gegen Mittag geöffnet wird. Auch bei Macys sind viele Urlauber zu früh dran.

Das Empire State Building und das MoMA sind für Touristen wieder geöffnet.
Beim MoMA sind die Schlangen so lang, dass Büroangestellte des Museums bei der Garderobe aushelfen müssen. Die anderen Angestellten machen sich über das langsame Vorankommen lustig. Ein Sicherheitsbeamter, der die Schlangen überwacht, hat Mitleid mit den Touristen und versucht, das Tempo der Rückgabe von Rucksäcken, Taschen und Mänteln zu beschleunigen.

Statt genervt zu sein von den vielen Touristen sind die New Yorker freundlich. “How are you today?”, heißt es allerorten. Und oft auch “Sorry for the weather.” Als müssten sich die New Yorker für Wirbelsturm Sandy entschuldigen.

Einige Verkäuferinnen haben sich trotz Sandy ein bisschen verkleidet. Auch beim Sicherheitspersonal hat eine Frau einen weißen Federschmuck über ihre schwarze Mütze gesteckt. Doch eine rechte Halloween-Stimmung mag nicht aufkommen. Die Verkäuferin im Batman-Kostüm erklärt, sie sei müde und fahre heute Abend brav nach Hause. Höchstwahrscheinlich im überfüllten Bus.