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"Lagarde-Liste": Griechischer Journalist freigesprochen

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"Lagarde-Liste": Griechischer Journalist freigesprochen

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Der griechische Journalist, der eine Namensliste mutmaßlicher Steuerflüchtlinge veröffentlicht hatte, ist freigesprochen worden. Ihm hatten wegen Verletzung der Privatsphäre eine mehrjährige Haftstrafe und Bußgeld gedroht. Vor dem Gericht in Athen sagte Costas Vaxevanis, die Presse habe das Recht, Dokumente zu veröffentlichen, die von Behörden unterschlagen würden, wenn damit Skandale aufgedeckt werden könnten.

Sein Freispruch stehe für den Mut einer Richterin, die es gewagt habe, sich gegen die Realität dieser Tage zu stellen. Sie habe auf das Volk gehört und die Presse befreit, die so lange als Geisel gehalten worden sei.

Auf der von Vaxevanis veröffentlichten Liste mit Griechen, die in der Schweiz ein Konto haben, finden sich Politiker, Geschäftsleute, Ärzte, Anwälte, aber auch Hausfrauen. Ob die Konteninhaber Steuern hinterzogen, ist aber nicht geklärt.
Die Liste war der Regierung 2010 von der damaligen französischen Finanzministerin und heutigen IWF-Chefin Christine Lagarde übergeben worden. Die seitdem wechselnden griechischen Regierungen reagierten aber nicht weiter. Einem EU-Bericht zufolge stehen dem griechischen Staat etwa 60 Milliarden Euro ungezahlter Steuern aus.