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Verprügelt und angeschossen: Franzosen für Roma gehalten

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Verprügelt und angeschossen: Franzosen für Roma gehalten

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In Koilovtsi bei Plewen im Norden Bulgariens sind fünf Franzosen von Dorfbewohnern angegriffen und angeschossen worden. Drei der Franzosen mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Die Franzosen hielten sich in der Nacht in einem Feld auf. Offiziellen Angaben zufolge habe es sich um französische Touristen gehandelt, inoffiziell heisst es, die fünf Männer hätten für den französischen Auslandsgeheimdienst DGSE gearbeitet.

Der bulgarische Innenminister Tswetan Tswetanow sagte, zwischen Sofia und Paris gebe es wegen des Vorfalls keine Probleme. Man habe mit der Botschaft alles geregelt. Die fünf Franzosen seien in ihre Heimat ausgeflogen worden.

Der Angriff ereignete sich bereits in der Nacht vom 15. auf den 16. Oktober. Nach Angaben der Dorfbewohner habe man die Franzosen für Roma gehalten, die man vertreiben wollte. Die zwei bulgarischen Brüder, die das Feld in der Nacht bewachten, gingen davon aus, dass die vermeintlichen Roma etwas stehlen wollten. An dem Angriff beteiligten sich neben den Brüdern auch noch weitere Dorfbewohner. In der Nähe des Feldes fanden die Dorfbewohner einen Jeep mit Laptops und Taucheranzügen darin. Auch Landkarten seien in dem Jeep gewesen. So sei man von der Annahme, es handele sich um Roma, abgerückt und habe die Verletzten ins Krankenhaus gebracht, die dort um Kontakt mit der französischen Botschaft in Sofia baten.