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Amsterdam kämpft um seine Coffeeshops als Touristenattraktion

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Amsterdam kämpft um seine Coffeeshops als Touristenattraktion

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Amsterdams Bürgermeister Eberhard van der Laan will die Coffeeshops der Stadt weiter ausländischen Touristen offenhalten – auch wenn schon jetzt im Süden und nächstes Jahr landesweit die Coffeeshops mit ihren weichen Drogen nur noch Einheimischen offenstehen sollen. Der Bürgermeister stützt sich auf den Koalitionsvertrag der neuen Regierung, die den Kommunen in der Frage mehr Spielraum lassen will.

Der Koalitionsvertrag sei dazu sehr vage, meint Michael Veling, der Sprecher des Cannabishändlerverbandes, der Bürgermeister habe sich zu Recht geäußert. Er selbst würde 90 Prozent seiner Einnahmen verlieren, wenn er nicht mehr an Ausländer verkaufen dürfe, und die übrigen Geschäftsleute in der Gegend ebenfalls.

Das Verbot war von der vorigen Regierung unter anderem mit Verweis auf kriminelle Kontakte einiger Coffeeshops und die zunehmende Stärke der Drogen eingeführt worden. Auch ein Hasch-Pass wurde eingeführt, den Kunden im Coffeeshop zum Kauf der Drogen vorlegen müssen. Diesen will die neue sozial-liberale Koalition ganz abschaffen.

Das Verbot des Verkaufs an Ausländer ist in den Niederlanden umstritten, die Gegner meinen, dass sich die Beschaffung dadurch auf die Straße und in die Illegalität verlagere. Und sie fürchten um die Einnahmen, wenn diese Touristenattraktion wegfällt. Ob Amsterdam sich auf lange Sicht sperren kann, wird sich zeigen: Der Ermessensspielraum, den die neue Koalition den Kommunen lassen will, ist dem Justizministerium noch zu vage formuliert.