Eilmeldung

Eilmeldung

Barroso in Myanmar

Sie lesen gerade:

Barroso in Myanmar

Schriftgrösse Aa Aa

Der Präsident der EU-Kommission, José Manuel Barroso, ist zu einem zweitägigen Besuch in Myanmar, dem früheren Birma, eingetroffen. In der neuen Hauptstadt Nay Pyi Taw kam er mit Präsident Thein Sein zusammen. Bei den Gesprächen ging es in erster Linie um den Abbau von Handelsschranken. Barroso sagte Myanmar 78 Millionen Euro Entwicklungshilfe seitens der Europäischen Union zu. Seit der Lockerung der Sanktionen gegen Myanmar nach dem Beginn von Reformen durch die vom Militär gestütze Regierung im vergangenen Jahr haben mehrere westliche Offizielle das Land besucht. Erst in dieser Woche hatte das Parlament ein Gesetz zur Förderung ausländischer Investitionen verabschiedet.

Barroso kam auch mit Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi zusammen. Sie war in der Vergangenheit kritisiert worden, weil sie sich nicht über den Status der muslimischen Minderheit der Rohingya äußern wollte. Nach Angaben der Vereinten Nationen gehören die Rohingya zu den am meisten verfolgten Minderheiten der Welt.

Myanmar grenzt die teils seit Generationen im Land lebenden Rohingya systematisch aus und verweigert ihnen die Staatsbürgerschaft. Die überwiegend buddhistische Bevölkerung unterstützt die harte Haltung. Bei Zusammmenstößen waren in den vergangenen Wochen im Westen des Landes nach offiziellen Angaben 67 Menschen getötet worden. Menschenrechtsorganisationen fürchten eine weitaus höhere Opferzahl. Seit Beginn der Auseinandersetzungen sind gut 110.000 Menschen auf der Flucht.