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"Europa verliert an wirtschaftlicher Bedeutung für die USA"

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"Europa verliert an wirtschaftlicher Bedeutung für die USA"

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Das war im Juli 2008: Der Wahlkämpfer Barack Obama spricht vor 200.000 Menschen in Berlin und setzt damit auch ein außenpolitisches Zeichen. Mehr als vier Jahre später: Beim Fernsehduell mit seinem republikanischen Herausforderer Mitt Romney geht es um Außenpolitik. Während der 90 Minuten sprechen die beiden über das Atomprogramm des Iran, um die Handelsbeziehungen zu China, um den Nahostkonflikt. Das Wort Europa fällt kein einziges Mal.

Für Ted R. Bromund von der konservativen Heritage Foundation in Washington ist die Sache klar: “Ich denke, Mitt Romney würde sich etwas mehr um Europa kümmern, als Präsident Obama es getan hat. Aber die Ära während der Europa für die USA der wichtigste Teil der Welt war, ist vorüber – unabhängig davon, ob Mitt Romney oder Barack Obama im kommenden Jahr im Weißen Haus sitzt. Das war eine andere Ära in der US-Politik. Europa lebt in Frieden, es verliert im Gegensatz zu Asien an wirtschaftlicher Bedeutung. Natürlich werden die USA sich daran orientieren, ob es außenpolitische Krisen gibt und ob die Wirtschaft wächst – und nicht an Orten, an denen das nicht der Fall ist.”

Allerdings wissen selbst Experten derzeit nicht, welche Außenpolitik Mitt Romney eigentlich machen würde, denn, so heisst es, der Republikaner habe in den vergangenen Monaten derart häufig seine Meinung geändert, dass eine klare Linie nicht mehr erkennbar sei.

Ob Obama oder Romney – die wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Herausforderungen in den kommenden Jahrzehnten spielen sich aus Sicht der USA nicht mehr in Europa ab. Für sie geht es um Brasilien und Mexiko sowie um um den asiatischen Raum.