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Hungern oder Miete zahlen?

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Hungern oder Miete zahlen?

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Wer kein Geld mehr hat, um sich täglich eine warme Mahlzeit zu kaufen, der lebt am sozialen Abgrund. In Spanien geht es seit der Wirtschaftskrise vielen Menschen so. In so genannte “Lebensmittelbanken” können Bedürftige für 50 Cent ein Menu bekommen.

Früher kamen immer die selben armen Menschen in diese Suppenküchen, doch heute hat sie das Klientel verändert: Viele Studenten kommen inzwischen, auch Berufstätige oder Arbeitslose, die keine staatliche Hilfe erhalten.

Die Suppenküchen werden durch Lebensmittelspenden und EU-Gelder finanziert. 247 Verteilerzentren gibt es in Europa, sie sind in 21 verschiedenen Ländern.

Die Europäische Union möchte ihre finanzielle Förderung kürzen. Sie plädiert dafür, dass die Länder einspringen. In Deutschland ist das möglich, da dort scho jetzt viele der Tafeln und Suppenküchen durch die Kirchensteuer finanziert werden.

Krisenländer wie Spanien stehen dadurch vor einem ernsthaften Problem. José Antonio Busto, Präsident der spanischen Lebensmittelbankenvereinigung, ist schockiert von der immer größer werdenden Armut in Spanien:

“Das EU-Projekt muss fortbestehen und das Budget muss erhöht werden. Immer mehr Menschen sind von den Suppenküchen abhängig, das müssen auch die Politiker anerkennen.”

Allein im letzten Monat ist die Zahl der Spanier, die Suppenküchen in Anspruch nehmen, um 20 Prozent angestiegen. Um den Fortbestand dieser Lebensmittelbanken zu sichern, muss die Europäische Union handeln.