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Zu kontrovers: New York sagt Marathon ab

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Zu kontrovers: New York sagt Marathon ab

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Der New Yorker Marathon ist wegen “Sandy” nun doch abgesagt worden. Bis zuletzt hatte Bürgermeister Bloomberg daran festhalten und es seinem Vorgänger Giuliani gleichtun wollen, der den Lauf nach den Anschlägen vom 11. September 2001 auch nicht abblies – als Ermutigung für die New Yorker. Doch diesmal, so Bloombergs Pressemitteilung, gab es zuviel Kontroverse.

“Dieses Jahr gab es keine Einigkeit beim Marathon, er wurde nicht zum verbindenden Ereignis, sondern spaltete, und wir wollen keinen Marathon haben, der die Leute spaltet”, erklärte Bloombergs Vize Howard Wolfson.

Gut 47.000 Läufer wurden zu dem traditionellen Großereignis am Sonntag erwartet, viele haben monatelang trainiert und lange im Voraus Tickets gekauft. “Ich bin sauer, um ehrlich zu sein”, spricht ein Läufer vielen anderen aus dem Herzen. “Aber das kann man als Nicht-Einheimischer ja nicht sagen – doch als Läufer bin ich enttäuscht.”

Dennoch – bei vielen New Yorkern herrscht diese Sicht vor: “Eine weise Entscheidung. Es wäre grausam und unsensibel, einen Marathon abzuhalten, wo so viele Menschen leiden. Sollen sie doch in Bloombergs Residenz den Strom abschalten und ihn das aushalten lassen, was die Leute hier erdulden.”

Der Marathon war in der Diskussion der vergangenen Tage zum Symbol für die Kluft zwischen den Sturmopfern und den vom Sturm Verschonten geworden.

Die U-Bahn verkehrt immer noch eingeschränkt, die Tunnel sind überflutet, die Busse überfüllt und tausende Haushalte weiter ohne Strom, weswegen auch Wasser und Heizung dort nicht funktionieren. Parks und Spielplätze sollen dieses Wochenende wieder geöffnet werden. Bis zu diesem Freitag galt Bloombergs Anordnung, dass nur Fahrzeuge mit mindestens drei Insassen nach New York hineinfahren dürfen, was von der Polizei auch streng überwacht wurde.