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Schlangen melken für die Medizin der Zukunft

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Schlangen melken für die Medizin der Zukunft

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Schlagengift ist sehr gefragt – sowohl um Gegengifte zu enwickeln als auch für die wissenschaftliche Forschung.

Erstaunlicherweise sterben mehr Menschen an Schlangenbissen als an Cholera. Weltweit sind es etwa einhundert Tausend Menschen pro Jahr.

In dieser Fabrik im Südosten Frankreichs wird mit Spitzentechnologie Schlangengift produziert. 70 verschiedene Schlangenarten werden in diesen Hochsicherheitslaboren gefangen gehalten.

Geschäftsführer Harold de Pomyers erklärt: “Diese Arten, die wir hier halten, kommen aus allen Teilen der Welt. Und die Hersteller der Gegengifte versuchen regionalwirksame Produkte zu entwickeln. Daher müssen wir so viele verschiedene Arten halten.”

In ihren Kisten werden die Schlangen und Skorpione auch gefüttert. Die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit des Raumes werden genau kontrolliert. Einmal pro Monat muss jede Schlange ihr Gift abgeben, sie wird gemolken. Der Ertrag: ein paar Löffel der giftigen Flüssigkeit. Alles zum Zwecke der Forschung – und die ist in vollem Gange.

“Die Mengen an Gift, die wir durch das Melken der Schlangen erhalten, sind sehr gering. Entsprechend hoch sind daher die Preise. Zwischen 500 und 4.000 Euro kostet das Schlangengift – pro Gramm”, erklärt der Geschäftsführer.

Die französischen Wissenschaftler sind überzeugt, dass das Schlangengift noch viele Geheimnisse birgt, die es zu lüften gilt. Die Hoffnung: Forschungsergebnisse, die uns eines Tages zahlreiche Behandlungen von Krankheiten ermöglichen.