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US-Wahlen - welche Rolle spielt Europa?

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US-Wahlen - welche Rolle spielt Europa?

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Welche Rolle spielt Europa heute in der US-Politik.
Vor allem aber: Würde der eine Kandidat da etwas anders machen als der andere? In den Fernsehdebatten kam der alte Kontinent nicht vor.
Da ist ja im Moment auch nichts los, was Amerikaner ängstigen oder begeistern könnte.
Fragen wir also die Politik-Wissenschaftler.
Zum Beispiel Ian Bremmer in London, der weltweit Firmen berät, wo man wann investieren sollte, Er erklärt ganz einfach, es spiele für beide Kandidaten keine Rolle, dass Europa noch immer der weltgrößte Wirtschaftsraum sei. Die Amerikaner würden den Europäern derzeit zwar gern gute Ratschläge geben, aber bestimmt keine Schecks.
Amerika sei zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als dass die Kandidaten sich da um Feinheiten in ihrer Sicht auf Europa kümmern könnten.
Ted Bromund von der Heritage Foundation in Washington betont, Europa habe seine besondere geo-strategische Position für die USA verloren. In Washington orientieren man sich jetzt Richtung Pazifik. “Die Ära mit Ruropa im Mittelpunkt ist vorbei”, sagt er. In Europa herrsche Frieden, Europa habe sein wirtschaftliches Gewicht an Asien verloren. Die USA schauten natürlich dorthin, wo politische Krisen herrschen oder wo die Wirtschaft wächst.
Die Journalistin Jay Newton-Small, die für das TIME Magazine den Polit-Betrieb in der Hauptstadt beobachtet, sieht es als Herausforderung für Romney an, die Leute davon zu überzeugen, dass er anders sei als George W. Bush. Und ebenso eine Herausforderung sei es, die Europäer von seinen Vorteilen zu überzeugen.
João Vale de Almeida leitet die Vertretung der EU bei den Vereinigten Staaten. Auch für ihn macht es keinen großen Unterschied, wer gewinnen wird. Das werde an den transatlantischen Beziehungen nicht viel ändern und die Europäer werden auch weiterhin mit der US-Wirtschaft kooperieren, wo immer das gewinnbringend erscheine. Egal, wer Präsident wird.
Der euronews-Reporter beobachtet in Washington so ein generelles Gefühl, die Beziehungen zur EU seien solide. Sorgen gebe es nur wegen der Eurokrise. Beide Seiten seien frustriert, weil die Europäer das nicht schneller geregelt bekommen.
Das Gefühl existiere unabhängig davon, wer ins Weiße Haus ziehe.