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USA - am Vorabend des Wahltages

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USA - am Vorabend des Wahltages

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Gekämpft wird bis zur letzte Minute. Die Abstände in den Voraussagen der Μeinungsvorschungsinstitute sind so gering, dass oft schon vom Bereich des statistischen Irrtums die Rede ist. Es ist die Zeit der “was-wäre-wenn”-Phropheten. Der Trend unterscheidet sich kaum.
Wem nützt es, wenn Gallup am Ende Gleichstand voraussagt? Wenn beide je 269 Wahlmännerstimmen bekommen? Dann müsste der Präsident vom Abgeordnetenhaus gewählt werden und der Vize vom Senat. Das geschah zuletzt 1876.
Nach den Mehrheitsverhältnissen in beiden Kammern könnte es dann einen Präsidenten Romney mit einem Vize Biden geben. Um das zu verhindern, telefonieren die Wahlhelfer, bis ihnen die Ohren glühn. Am Ende siegt in den USA nämlich nicht, wer bundesweit die meisten Stimmen bekommt. Vielmehr muss jeder Staat einzeln gewonnen werden und dann zählen die nach Bevölkerungsanteil unterschiedlich vielen “Wahlmännerstimmen”. Präsident wird, wer mindestens 270 der insgesamt 538 Wahlmännerstimmen bekommt. Und dazu fehlen Amtsinhaber Obama nach gegenwärtigen Prognosen noch 69, Herausforderuner Romney noch 79 Wahlmänner. Darum sind am Ende auch einige Bundesstaaten wichtiger als andere. Welchen Grund haben die Bürger zu wählen? Darum geht es. Vor allem in jenen Bundesstaaten, in denen von Wahl zu Wahl die Politikrichtung schwankt – eben die “swing states”. Folglich sind die Helfer beider Kandidaten bis zur letzten Minute auf den Beinen, klingeln an Haustüren, agitieren vor allem bei Unentschlossenen. Durchaus möglich, dass es statt Jubel nach Schließung der Wahllokale erst noch langes juristisches Tauziehen gibt um die Gültigkeit von Stimmen. Alles schon dagewesen. Zuletzt 2000.