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Prozess gegen Mavi-Marmara-Erstürmer

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Prozess gegen Mavi-Marmara-Erstürmer

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Wegen des blutigen Militäreinsatzes gegen die Gaza-Hilfsflotte vor zweieinhalb Jahren macht die türkische Justiz nun führenden israelischen Offizieren den Prozess.

Eine Anwältin der Klägerseite erklärt:
“Wir wollen Israel dafür zur Verantwortung ziehen. Aufgrund eines Auslieferungsabkommens hoffen wir, dass man die Israelis vielleicht in einem Drittland festnehmen könnte oder dass Interpol ihre Festnahme bewirkt.”

In Abwesenheit der Angeklagten soll nun die Verhandlung beginnen. Ein türkischer Staatsanwalt hat bereits lebenslange Haftstrafen gefordert.

Das israelische Generalkonsulat in Istanbul beklagt:
“Es findet keinerlei Kommunikation mit den Beschuldigten statt. Keine Dokumente, keine Stellungnahmen wurden angefordert, keine Anfrage, ob die Angeklagten sich verteidigen lassen wollen, nichts.”

Israelische Soldaten hatten die türkische Fähre “Mavi Marmara” am 31. Mai 2010 von Kommandobooten und Hubschraubern aus erstürmt. Die Fähre sollte zusammen mit anderen Schiffen demonstrativ Israels Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen. Bei dem Einsatz wurden neun Türken getötet.

Euronews vor Ort:
“Die Aktivisten der Mavi Marmara sind entschlossen den Druck auf Israel aufrecht zu erhalten. Die nächsten Demonstrationen wird es wahrscheinlich vor dem Istanbuler Justizpalast geben. Bora Bayraktar für euronews”.