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Wahlkampf bis zum Äußersten

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Wahlkampf bis zum Äußersten

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Der Wahlkampf war lang und hart. Die Kontrahenten schenkten sich nichts. Gegenseitige Beschimpfungen, auch Verleumdungen, Hohn und Spott – im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf wird nichts ausgelassen.
Die sonst so wichtige “political correctness” scheint hier oft vergessen. Und vergessen wird auch oft die sachliche Information, aus der Wähler ihre Schlüsse ziehen könnten. Die Kandidaten versuchen mit Gags zu punkten. So erzählte Romney, seine fünf Söhne würden ihm auch oft durch ständige Wiederholungen etwas einreden wollen. So würde auch die falsche Behauptung durch ständige Wiederholung nicht wahrer, er würde nicht die Steuern der reichen Amerikaner erhöhen wollen.
Im Gegenzug ließ Obama keine Gelegenheit aus, Romney als inkompetent vorzuführen. Etwa in der Fernsehdebatte mit den Worten: “Sie führen an, dass die Marine weniger Schiffe hat als 1916. Wir haben auch weniger Pferde und weniger Bajonette. Dafür haben wir diese Dinger, die Flugzeugträger heissen, weil Flugzeuge auf ihnen landen können.”
Bis zuletzt ging der Schlagabtausch, auch im Frack beim Dinner des Exbischof von New York.
Da spottete Romney, :“Wenn man nach einem so zermürbend anstrengenden Wahlkampftag heimkommt, ist es besonders wichtig, dort einen Menschen vorzufinden, der einen immer versteht.
Ich habe dafür meine wundervolle Ehefrau Ann, Obama hat Bill Clinton.”
Und Obama machte sich im Gegenzug über die weltpolitischen Schnitzer von Romney lustig, der Jerusalem zur Hauptstadt Israels erklärt und Syrien Irans Zugang zum Meer genannt hatte. Am Ende, als wirklich jeder der Anwesenden begriffen hatte, wie Romney von einem Fettnäpfchen ins andere gewankt war, sagte Obama wörtlich: “Ich bin beeindruckt, wie Gouverneur Romney den Problemen ausgewichen ist.”
Immerhin 5 Millionen Dollar brachte dieser Abend in die Wahlkampfkasse eines jeden der hier mit mehr oder weniger hintergründigem Humor wetteifernden Kandidaten.