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Benedikt sagt Syrienreise ab

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Benedikt sagt Syrienreise ab

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Papst Benedikt XVI. hat eine von ihm gewollte Reise einer hochrangigen Delegation aus Kardinälen und Bischöfen nach Syrien abgesagt.

“Unglücklicherweise haben diverse Umstände und Entwicklungen es nicht möglich gemacht, die Initiative in der gewünschten Weise durchzuführen”, sagte Benedikt auf dem Petersplatz in Rom.

Er schickt stattdessen einen “Sonderbotschafter” in den benachbarten Libanon. Kurienkardinal Robert Sarah soll dort mit religiösen Führern Syriens und mit Flüchtlingen zusammentreffen. Im Auftrag des Papstes und der Kirche bringt er eine Million Dollar (780.000 Euro) mit, um der syrischen Bevölkerung zu helfen.

Der Bürgerkrieg rückt unterdessen immer näher an Syriens Präsidenten Baschar al-Assad heran. Bei einem Granatwerfer-Angriff in der Nähe des Präsidentenpalastes in Damaskus kamen nach Angaben staatlicher Medien mindestens drei
Menschen ums Leben. Rebellen erklärten, der Beschuss habe einem nahe gelegenen Flughafen und dem Regierungssitz gegolten. In Damaskus wurden die Regierungstruppen nach dem Mörserangriff in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.
Sicherheitskräfte sperrten laut Augenzeugen alle Zufahrtstraßen. Auch Schulen seien geschlossen worden, hieß es.

Syrien-Vermittler Lakhdar Brahimi hat die Konfliktparteien in dem Bürgerkriegsland aufgefordert, dringend eine politische Lösung zu suchen. “Wenn das Problem nicht richtig angegangen wird, besteht die Gefahr eines neuen Somalias in Syrien”, sagte der algerische Krisendiplomat in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der arabischen Tageszeitung “Al-Hayat”.

Unterdessen flüchteten sieben weitere Generäle in die Türkei. Damit seien inzwischen mehr als 40 Generäle aus Syrien in der Türkei, berichteten türkische Medien am Dienstag. Die Männer seien unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen in ein Lager gebracht worden, in dem die Türkei Deserteure unterbringt.