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Ja-Wort: Frankreichs Regierung will Homosexuellen-Ehe erlauben

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Ja-Wort: Frankreichs Regierung will Homosexuellen-Ehe erlauben

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Homosexuelle sollen künftig auch in Frankreich heiraten können, so ein Wahlversprechen der sozialistischen Regierung, die an diesem Mittwoch den entsprechenden Gesetzentwurf verabschiedete. Eheschließung und Adoption sollen möglich sein, nicht aber medizinische Hilfe zur Fortpflanzung. Auf letztere verzichtete das Kabinett in seinem Entwurf, um das Gesetz leichter durchzubekommen. Nach der Verabschiedung durch das Kabinett wird das Parlament im kommenden Jahr über das Vorhaben beraten. 
 
Ein französischer Homosexueller, der seinen Partner schon vor zwei Jahren in Südafrika heiratete, meint zu dem Vorhaben: “Ideal fände ich, wenn die Leute die Wahl haben, damit jeder dieselben Rechte hat und die Möglichkeit, dass seine Verbindung gesellschaftlich anerkannt wird. Ob man das dann Heirat, eingetragene Partnerschaft oder sonstwie nennt, ist mir weniger wichtig als dieselben Rechte zu haben.”
 
Bei katholischen, aber auch anderen Religionsgruppen und in konservativen Kreisen stößt das Projekt auf Widerstand. So auch bei Thierry Vidor von der katholischen Vereinigung “Familles de France”: “Es scheint mir doch, dass es gefühlsmäßig entscheidende Unterschiede zwischen einem Mann und einer Frau gibt. Man muss sich doch nur die ersten Jahre im Leben eines Kindes ansehen: Eine Frau verhält sich gegenüber einem Kleinkind ganz anders als ein Mann.”
 
Während die Gegner schon in den vergangenen Wochen gegen das Gesetzt demonstrierten und für den 17. November eine weitere Kundgebung angekündigt haben, unterstützt die Mehrheit der Bevölkerung laut Umfrage die Schwulen- und Lesben-Ehe und auch die Möglichkeit für homosexuelle Paare, Kinder zu adoptieren.