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Romney - der Loser

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Romney - der Loser

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Er hatte einen sehr weiten Anlauf genommen für den erhofften Sprung ins Weiße Haus. Der Republikaner Mitt Romney war schon im Dezember 2011 unterwegs auf der Suche nach Unterstützern. Dabei machte er eine ziemlich große Veränderung durch, gemessen an jenem Bild, das er als recht weltoffener, pragmatischer Gouverneur des Ost-Küsten-Staates Massachusetts abgegeben hatte. So ordnete das auch der Analyst Tom Mann von “Brookings Institution” ein. Damals war er in seinem Bundesstaat sogar für eine Krankenversicherung.

Im Wahlkampf entgleisten ihm manchmal die Worte. “The next president of the US, Paul Ryan”… Dass er einmal seinen Vize als nächsten Präsidenten ankündigte, sollte nicht sein einziger Versprecher bleiben. Vor allem seine außenpolitischen Fehltritte sind Legende. Jerusalem als Hauptstadt von Israel, Syrien als Irans Verbindung zum Meer. Wie sehr er sich dem ultrakonservativen mainstream in seiner Partei anpasste, zeigte auch seine Haltung zur Abtreibung.

Die Reporterin Kasie Hunt, die seinen Wahlkampf begleitete, merkte vor allen das an. Nach der Norminierung durch seine Partei ging Mitt Romney immer heftiger zu direkten Angriffen auf Obama über, vor allem auf dessen eben mit Mühen durchgesetzte Gesundheitsreform, die er sofort wieder abzuschaffen versprach. Als er dann bei einer Spendengala vor extrem reichen Amerikanern auch noch jene 47 % der Amerikaner schmähte, die zu arm sind, um Steuern zu zahlen, hatte er den Bogen echt überspannt. Wer lässt sich schon sagen:”… Mein Job ist es nicht, mich um diese Leute zu kümmern…”

Er kam, kämpfte um die Stimmen der immer stärker ultrakonservativ geprägten Partei – und verlor. Wohl auch, weil ihn das Establishement der eigenen Partei eher als ungeliebten Kind behandelte.