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Selbstmorde in Spanien: "Schmerzvoll und beschämend"

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Selbstmorde in Spanien: "Schmerzvoll und beschämend"

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Nach Protesten gegen spanische Banken wegen Zwangsräumungen von Wohnungen haben mehrere Geldhäuser eingelenkt. Die baskische Kutxabank etwa kündigte an, Räumungsverfahren bis auf weiteres auszusetzen. Auch die Banco Popular deutete Kompromissbereitschaft an.

Morgen wird die spanische Regierung von Mariano Rajoy mit der sozialistischen Opposition sprechen, wie die Zwangsräumungen gestoppt werden können. Seit Beginn der Wirtschaftskrise sind etwa 350 000 Wohnungen betroffen.

Oppositionschef Alfredo Perez Rubalcaba sagte: “Niemand darf in Spanien seine Wohnung verlieren, weil er in Zeiten der Not eine Hypothek nicht bezahlen kann, weil er jetzt in Schwierigkeiten steckt, mit denen er nicht rechnen konnte, als er die Hypothek abschloss. Das ist unser Ziel”

Neu angefacht wurden die Proteste vom Selbstmord einer Spanierin, die auf Gerichtsbeschluss ihre Wohnung verlassen sollte. Als das Räumkommando klingelte, sprang die 53jährige aus dem Fenster ihres Hauses im baskischen Barakaldo. Jose Luis Ibarra, der Präsident des Obersten Gerichtshofs im Baskenland, sagte: “Es schmerzt und beschämt mich. Es beschämt mich, weil das System und konkret die Justiz, in der ich Verantwortung habe, nicht in der Lage war, rechtzeitig vor Ort zu sein.”

Bereits vor drei Wochen hatte sich ein Mann in Spanien erhängt, ein anderer überlebte einen Suizidversuch schwer verletzt. In ganz Spanien gab und gibt es Proteste. Und die Polizeigewerkschaft sicherte Beamten juristischen Beistand zu, wenn sie sich weigern, an Räumungen teilzunehmen.