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Merkel bei Portugiesen nicht willkommen

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Merkel bei Portugiesen nicht willkommen

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Tränengas und Nazi-Vergleiche wie in Athen blieben ihr in Lissabon erspart – doch die deutsche Kanzlerin war bei ihrem Besuch in Portugal dem Volk genauso wenig willkommen wie in Griechenland. “Merkel raus” hieß es auch hier, und unter all den giftigen Kommentaren ragte wohl der heraus, der sie mit einem Frankenstein verglich, der Portugal in die Armut treibe. 15 Prozent der Erwerbsfähigen sind hier arbeitslos.

Da konnte die Kanzlerin noch so sehr daran erinnern, dass nicht Deutschland, sondern die Troika das Sparprogramm ausgearbeitet habe.

Sie sieht Portugal auf einem guten Weg, lobte die Portugiesen für deren Anstrengungen und bekundete Solidarität. Ein zweites Hilfsprogramm hält Merkel nicht für notwendig. Portugal hat ein Hilfspaket von insgesamt 78 Mrd. Euro von EU und IWF zugesagt bekommen.

Ihr portugiesischer Amtskollege Pedro Passos Coelho betonte seinerseits, es sei der Mangel an Wettbewerbsfähigkeit gewesen, der sein Land in eine solche Verschuldung und ein so großes Außenhandelsdefizit geführt habe. Die europäischen Partner und der Internationale Währungsfonds hätten den Portugiesen geholfen, sich von diesem Ungleichgewicht zu erholen.

Neben dem Regierungschef und Präsident Cavaco Silva traf Merkel bei ihrem sechsstündigen Besuch auch deutsche und portugiesische Unternehmer. Ihr Ziel: Investitionen in Portugal anzustoßen, um der derzeitigen Rezession etwas entgegenzusetzen.