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Griechenland bekommt mehr Zeit - das Geld lässt auf sich warten

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Griechenland soll zwei Jahre mehr Zeit zum Sparen bekommen. Das hatten die Geldgeber-Kontrolleure der “Troika” empfohlen.
So sollen die öffentlichen Finanzen Griechenlands erst 2016 nach den Maastrichter Kriterien saniert sein müssen – und nicht schon 2014 (etwa Defizit maximal drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts).

Endgültig sollten die Euro-Finanzminister bei einem Sondertreffen am 20. November entscheiden, sagte Eurogruppenchef Jean-Claude Junker:

“Die Eurogruppe erwartet, dass bis zu diesem Zeitpunkt alles Notwendige getan sein wird, damit die Mitgliedstaaten die einschlägigen nationalen Verfahren für die Genehmigung der nächsten EFSF (European Financial Stability Facility)-Auszahlung in die Wege leiten können. Vorausgesetzt ein endgültiges positives Urteil der Troika über das bisher Erreichte.”

Sechs Stunden Beratungsmarathon der Eurozonen-Finanzminister in Brüssel hatten am Montag nämlich nicht ausgereicht, um überall Nägel mit Köpfen zu machen.

Zwar hatte das griechische Parlament ein Reformprogramm und den Haushalt 2013 wie verlangt verabschiedet.

Doch die Maastrichter Kriterien für Schuldenstand und neue Schulden liefern sich mit der schrumpfenden Wirtschaftsleistung ein Rennen wie Hase und Igel.

Das wollen die Finanzminister durch den Aufschub stoppen – obwohl er die Geldgeber knapp 33 Milliarden Euro zusätzlich kosten dürfte.

Vorerst schmoren die Griechen also weiter, und warten auf Grünes Licht für dringend benötigte Kredittranche von 31,5 Milliarden Euro.

Christine Lagarde, Geschäftsführerin des Internationalen Währungsfonds

“Es ist noch viel zu tun, in den nächsten Tagen was Finanzierung und Schulden angeht. Aus unserer IWF-Sicht sollte Griechenland im Jahr 2020 das Ziel von 120 Prozent erreichen” – öffentliche Schulden im Verhältnis zur jährlichen Wirtschaftleistung.

Im kommenden Jahr sollen es fast 190 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung werden. Acht Jahre Zeit wären das für eine gewaltige Trendwende – vor drei Jahren war Griechenland mit kaum mehr als dem Zielwert (130 Prozent) in den Sanierungsversuch gestartet.

Juncker will dafür zehn Jahre Zeit geben. Dazu Lagarde: “Da sind wir auseinander. Wir arbeiten daran.”

Mit Reuters, dpa, AFP