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Europäische Einheitsfront der Gewerkschaften???
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Es sieht sehr schön nach solidarischer Einheitsfront aus, wenn an diesem Aktionstag des Europäischen Gewerkschaftsbundes Gewerkschafter aus ganz Europa durch Brüssel marschieren. Und gleichzeitig in 23 Ländern der EU. Aber die Einigkeit funktioniert nicht so perfekt, wie die euronews-Korrespondentin in Brüssel feststellt. Die Gewerkschaften verlangen andere Lösungen, weil die alten nicht mehr funktionieren. Sie befürchten, dass die drastischen Sparpläne Europa in die Rezession drücken.
Mit Folgen wie steigende Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und immer weniger Wachstum.
Seit seinem letzten Kongress in Athen im Mai 2011 hat der Europäische Gewerkschaftsbund für die Arbeitnehmer in der EU im Grunde nichts erreicht.
Denn mit der Ablehnung der Sparpolitik der Regierungen ist es nicht getan. Es fehlt die Alternative. Und es fehlt eine echte Einheitsfront.
Zu verschieden sind die Gewerkschaftstraditionen in der EU. Während sich etwa die deutschen Branchengewerkschaften unter dem Dachverband DGB zusammenfinden, sind ihre französischen Kollegen parteipolitisch orientiert. Da hat jede Partei ihre eigene Gewerkschaft von den Trotzkisten linksaußen bis zur “Front National” rechtsaußen, die besonders bei den Justizvollzugsbeamten stark vertreten ist.
Gegründet wurde der “Europäische Gewerkschaftsbund” 1973. Er hat heute 85 Mitgliedsverbände in 36 Ländern. Schwerpunkte seiner Politik sind Einflußnahme auf EU-Entscheidungen, der soziale Dialog und konkrete Aktionen wie die heutige. Heute singt keiner mehr Brechts Lied aus den Zeiten der vorigen Weltwirtschaftskrise Ende der 20er Jahre “… reih´dich ein in die Arbeitereinheitsfront, weil du auch ein Arbeiter bist”. Veränderte Arbeitsprozesse haben zu einer Vielzahl unterschiedlicher Gruppeninteressen geführt. Alle Gewerkschaften haben mit rapidem Mitgliederschwund zu kämpfen.
Darüber können solche Losungen wie “keine weiteren Kürzungen im öffentlichen Bereich” nur kurzfristig hinwegtäuchen.

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