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Bildung: Laufende Arbeiten


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Bildung: Laufende Arbeiten

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Eine bessere Zukunft geht meistens Hand in Hand mit innovativen Ideen. In Doha hat der internationale Bildungsgipfel WISE der Qatar-Stiftung seine Pforten geöffnet, in diesem Jahr unter dem Motto “Zusammenarbeiten für den Wechsel”. Ziel ist es, Qualität und Zugang zu Bildung zu verbessern und sich gemeinsam den wichtigsten Herausforderungen auf diesem Gebiet zu stellen. Qatars First Lady, Sheikha Moza Bint Nasser, ist Vorsitzende der Qatar-Stiftung. Sie hat ein Projekt namens “Bilde ein Kind aus” ins Leben gerufen. Ziel ist es, 61 Millionen Kindern im Grundschulalter eine Chance auf Bildung zu geben.

Irina Bokova von der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur meint, die Welt sei leider nicht auf dem Weg, die selbstgesteckten Jahrtausendziele bis zum Jahr 2015 zu erreichen. Man müsse alles unternehmen, um Kindern einen Schulbesuch zu ermöglichen, deshalb sei die Initiative “Bilde ein Kind aus” extrem wichtig.

Sich um vergessene Kinder zu kümmern, die unter härtesten Umständen in Entwicklungsländern leben, das ist eines der wichtigsten Anliegen des Gipfels. Jedes Jahr werden mehrere Preise an Projekte vergeben, die auf kreative Weise das Leben dieser Kinder verbessern. Aber auch Erfahrungen aus Industrieländern haben ihren Platz in Doha. Da geht es etwa um aktuelle Entwicklungen in Erziehungsfragen, um pädagogische Entwicklungen, die Herausforderungen wie der wachsenden Arbeitslosigkeit entgegentreten.

“Erziehung und Arbeitskraft’” war etwa eines der Themen, die in Doha diskutiert wurden. Eine heiße Debatte angesichts einer Jugendarbeitslosigkeit von bis zu 50 Prozent in Ländern wie Spanien oder Griechenland. Christine Evans-Klock von der Internationalen Arbeitsorganisation meint, die Politik ihrer Organisation sei klar: Es gehe darum, Arbeitsplätze zu schaffen. Das sei kein Luxus, den man sich leiste, wenn die Wirtschaft sich stabilisiert habe, das sei der Weg aus der Rezession. Außerdem müsse man sicherstellen, dass in Ausbildungsprogramme investiert werde, die wichtig für den Arbeitsmarkt seien. Jeder müsse Zugang zu guter Bildung und Ausbildung haben und nicht nur privilegierte Teile der Gesellschaft.

Ein weiteres Thema war in Doha die Frage danach, wie man Ausbildung und Anforderungen des Arbeitsmarktes aufeinander abstimmen kann. Welche Fähigkeiten braucht man im 21. Jahrundert? Berufliche Qualifikation hat einen hohen Stellenwert und ist für viele junge Leute die einzige Lösung, um einen Arbeitsplatz finden zu können.

Marwan Tarazi von der palästinensischen Birzeit- Universität meint, es sei ein großes Problem, dass so viele Menschen arbeitslos seien. Gute Arbeitsplätze seien ein Luxus geworden, den sich viele nicht mehr leisten könnten. Die Menschen müssten lernen, sich mit dem zufrieden zu geben, was ihnen Arbeit und ein besseres Leben verschaffe. Das sei die Einstellung, die junge Leute in arabischen und in Entwicklungsländern übernehmen müssten. Daran würden sie sich früher oder später gewöhnen, denn nur so funktioniere es.

Mehr als 80 Redner und 30 Studenten haben in Doha Erziehungsmodelle diskutiert. Am Rande des Gipfels hatte auch die Kunst ihren Platz. Die Sopranistin Barbara Hendricks war Gast-Star beim Gala-Dinner, der Photograph Reza Deghati wollte mit seiner Ausstellung Horizonte öffnen. “Mein Langzeitprojekt ist Friedenserziehung”, so Deghati, “zu erklären, dass eine Welt ohne Grenzen und ohne Krieg möglich ist.”

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