Eilmeldung

Eilmeldung

EU verlängert Ausbildungsprogramm für afghanische Polizei

Sie lesen gerade:

EU verlängert Ausbildungsprogramm für afghanische Polizei

Schriftgrösse Aa Aa

Die Hilfe der Europäischen Union bei der Ausbildung der afghanischen Polizei wird um eineinhalb Jahre verlängert. Das EUPOL Afghanistan bezeichnete Programm sollte ursprünglich im März kommenden Jahres enden. Der deutsche Diplomat Hansjörg Haber bereitet im Auftrag des Europäischen Auswärtigen Dienstes die Verlängerung der Mission bis Ende 2014 vor. Zeitgleich werden auch die letzten Soldaten der internationalen Truppen das Land verlassen. Die europäischen Polizisten, von denen viele aus Deutschland kommen, haben einen gefährlichen Job. “Der Feind weiß, dass die afghanische Polizei von Tag zu Tag besser wird”, sagt ihr Chef, Generalleutnant Mohammed Ayoub Salangi. “Aus diesem Grund konzentrieren sich immer mehr Angriffe auf die Polizei.” Im Trainingszentrum in Kundus führen deutsche und niederländische Polizeiexperten gemeinsam mit afghanischen Polizisten die Grundausbildung der afghanischen Streifen- und Grenzpolizei durch. Untersuchungen nach einem Mord stehen heute auf dem Lehrprogramm. An der Ausbildung nehmen auch Jura-Studentinnen teil. Die Jura-Absolventin Farkhunda Karimi, die zugleich Programmleiterin ist, berichtet von den Herausforderungen ihres Berufes: Sie habe sich für das Studium entschieden, weil sie insbesondere Frauen helfen wolle. Frauen hätten weniger Mühe, sich einer Juristin mitzuteilen. 60 Millionen Euro jährlich stellt die EU allein für das Ausbildungsprogramm für Polizisten zur Verfügung, weitere 200 Millionen fließen für Entwicklungsprogramme. “Nachhaltigkeit ist wichtig”, sagt Hansjörg Haber. “Auch die Ausbilder müssen ausgebildet werden, so dass die Afghanen ihre Arbeit eines Tages auch ohne uns fortsetzen können. Wir konzentrieren uns auf einige Trainingszentren außerhalb Kabuls.” “Der Leiter des zivilen Planungs- und Durchführungsstabes des Europäischen Auswärtigen Dienstes informierte die Regierung in Kabul über die Verlängerung der Mission und forderte sie dazu auf, Vorschläge zu machen”, berichtet unsere Korrespondentin Isabel Marques da Silva. “Eine Entscheidung dazu wird im nächsten Sommer fallen.”