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Euroraum kann der Rezession nicht mehr entkommen

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Euroraum kann der Rezession nicht mehr entkommen

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Die Eurozone ist nun endgültig in die Rezession gerutscht. Laut Eurostat ging das Bruttoinlandsprodukt der 17 Mitgliedstaaten im dritten Quartal um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zurück. Dabei sind nicht mehr nur die Krisenstaaten betroffen, sondern auch bislang stabile Volkswirtschaften wie etwa die Niederlande mit einem deutlichen Minus von 1,1 Prozent, oder Österreich.

Im ersten Quartal 2012 hatte die Wirtschaft noch stagniert, im zweiten Vierteljahr begann dann der Abwärtstrend mit minus 0,2 Prozent. Von einer Rezession spricht man, wenn die Konjunktur in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen schrumpft.

Für David Kohl, Chefvolkswirt von Julius Bär, hat die schlechte Wirtschaftsentwicklung vor allem mit den Sparmaßnahmen der Regierungen zu tun: “Natürlich beeinflussen sich die Volkswirtschaften gegenseitig. Allerdings ist die Abschwächung eher davon getrieben, dass der Gürtel enger geschnallt wird, das heißt die Fiskalpolitik ist ein Bremsklotz.”

Deutschland trotzt dem Trend weiterhin: Hier legte die Wirtschaft um 0,2 Prozent zu – ebenso wie überraschenderweise in Frankreich, wo die Konsumausgaben und die Exporte stiegen. Für das vierte Quartal wird allerdings erwartet, dass die Wirtschaft im Euroraum noch stärker schrumpft.

Auch die Inflationsentwicklung gibt Anlass zur Sorge. Zwar fiel die Teuerung im Oktober von 2,6 auf 2,5 Prozent, aber sie liegt weiterhin deutlich über der Zielvorgabe der EZB, die ihr Inflationsziel seit fast zwei Jahren nicht mehr erreicht hat.