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Südisrael unter Raketen-Beschuss

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Südisrael unter Raketen-Beschuss

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Mindestens fünf Grad-Raketen sind an diesem Sonntag in Aschkelon im Süden Israels niedergegangen, lediglich 15 Kilometer nördlich vom Gazastreifen gelegen. Eine davon hat ein Wohnhaus in der Stadt getroffen und die Decke bis zur zweiten Etage durchschlagen. Die Verwüstung ist beträchtlich, doch man hat Glück gehabt; lediglich zwei Menschen seien verletzt worden, wie es hiess.

“Der Raketenalarm hat nicht funktioniert, aber mein Hund hat etwas gespürt”, sagt ein Bewohner des vierten Stocks. “Er wurde nervös und machte merkwürdige Geräusche. Ich dachte, es sei womöglich eine Kassam-Rakete, und dann hörte ich eine starke Explosion. Die Fenster gingen kaputt, wie alles im Haus.”

Szenenwechsel. Sderot ist Frontstadt, Sderot ist menschenleer. Eine Gruppe von Männern berichtet, sie hätten die Schutzräume in ihren Häusern seit drei Tagen nicht verlassen. Den Gazastreifen kann man hier sehen, man muss nur auf den Hügel steigen. Sderot hält einen Rekord: Hier schlagen die meisten Raketen in ganz Israel ein. Alltag. Die Menschen applaudieren hier, wenn sie sehen, dass auf der anderen Seite der Grenze eine Bombe der israelischen Luftwaffe ihr Ziel gefunden hat.

Aber am Sonntag war es umgekehrt. Im Zentrum ist eine Rakete in ein Wohnhaus eingeschlagen und hat das Dach zerstört. Verletzte gab es nicht. Seit Monaten gehe das so, berichten die häufig ultraorthodoxen Einwohner der Stadt. In Sderot sind Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, und vor allem Außenminister Avigdor Liebermann von der ultrarechten Partei “Unser Haus Israel” äußerst beliebt.

“Die Menschen im Süden Israels haben blindes Vertrauen in die Raketenabwehr, sagt euronews-Reporter Luis Carballo, “aber sie ist weit davon entfernt, perfekt zu sein. Wenn sie eine Rakete verfehlt, dann geschieht das hier: Eine Kassam-Rakete hat ein Haus getroffen, es war die zweite. Das ist ein Splitter der Kassam. Das Haus liegt nur 20 Meter von einer Schule entfernt.”