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Paris: "Herabstufung betrifft Grundpfeiler unserer Wirtschaft nicht"

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Paris: "Herabstufung betrifft Grundpfeiler unserer Wirtschaft nicht"

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Frankreich verliert das Vertrauen der Ratingagenturen: Nach Standard & Poor’s hat auch Moody’s dem Land die Bestnote entzogen: Statt mit AAA wird Frankreichs Bonität nun mit AA1 bewertet, der Ausblick ist negativ, womit eine weitere Herabstufung droht. Als Begründung hieß es, Frankreich habe an Wettbewerbsfähigkeit verloren, die Wachstumsaussichten seien eingetrübt. Der französische Finanzminister Pierre Moscovici versuchte, abzuwiegeln: “Die Herabstufung betrifft nicht die Grundpfeiler unserer Wirtschaft, nicht die Reformen der Regierung und auch nicht unser Engagement zur Schuldenrückzahlung.”

Wirtschaftsexperte Marc Touati ist allerdings anderer Ansicht. “Diese Herabstufung ist logisch und gerechtfertigt”, meinte er. “Wichtig ist der negative Ausblick. Das bedeutet, dass dieser Herabstufung eine weitere folgen wird. Die zweite schlechte Nachricht ist, dass dieser Schritt direkt nach den lauten Erklärungen der Regierung kommt, wonach in Frankreich alles bestens läuft. Das heißt, dass diese Beteuerungen nicht glaubwürdig sind.”

Das schlechtere Rating kann für Frankreich fatal werden, weil es die Geldbeschaffung am Kapitalmarkt erschwert und verteuert. Vorerst allerdings blieben die Zinsen für zehnjährige französische Anleihen stabil bei 2,09 Prozent. “Die Herabstufung Frankreichs durch Moody’s, so wie zuvor durch Standard & Poor’s, war zwar erwartet worden”, so euronews-Reporter Giovanni Magi. “Aber sie stellt dennoch ein weiteres, großes Hindernis auf dem Weg zur Haushaltskonsolidierung dar.”