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Uri Avnery: "Israels Militäreinsatz war dumm"

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Uri Avnery: "Israels Militäreinsatz war dumm"

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Er ist eine der herausragenden Figuren der israelischen Friedensbewegung: Der Journalist und Autor Uri Avnery. Euronews traf den 89-Jährigen in seiner Wohnung in Tel Aviv. 1933 floh Avnery aus Deutschland ins damalige Palästina, später war er mit Palästinenserführer Jassir Arafat befreundet. 1993 gründete er mit Freunden die Friedensinitiative Gusch Schalom. Den jüngsten Militäreinsatz Israels gegen den Gazastreifen hält er für falsch und – so sagt er - “dumm”.
 
Avnery: “Die Hamas wurde von der internationalen Gemeinschaft und von der arabischen Welt boykottiert. Und jetzt besuchen Staatschefs zum ersten Mal den Gazastreifen. Arabische Regierungen kommen zu Besuch. Gaza gewinnt an internationaler Bedeutung und die Hamas ist nun der Held der gesamten arabischen Welt.”
 
Die israelische Regierung, so Avnery, habe den Einsatz vor allem mit Blick auf die anstehenden Wahlen durchgezogen. Den Frieden allerdings erreiche man so nicht.
 
Avnery: “Wenn man im gesamten historischen Palästina einen jüdischen Staat will, wenn man im gesamten Westjordanland Siedlungen errichten will, dann will man keinen Frieden. Wenn man bereit ist, das Westjordanland, den Gazastreifen und Ost-Jerusalem im Tausch für den Frieden zurückzugeben, kann man ihn schon am nächsten Morgen haben.”