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Katalanisches Rebellendorf zahlt keine Steuern mehr

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Katalanisches Rebellendorf zahlt keine Steuern mehr

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Es ist eine Art gallisches Dorf in Spanien, beziehungsweise in Katalonien, dieser nach Unabhängigkeit strebenden Region des Königreichs. Etwas mehr als 200 Einwohner hat Gallifa, malerisch liegt es in einem Flusstal, auf einem Hügel weht die katalanische Flagge, und im Rathaus sitzt ein Bürgermeister, der jetzt einfach keine Steuern mehr an die Zentralregierung in Madrid überweisen will.

Und so sagt Jordi Fornas, der Rathauschef: “Das wird keine großen Auswirkungen haben, da die katalanische Regierung das Geld, das wir ihr überweisen, nach Madrid weiterleitet. Wir bewahren die Kultur und die nationalen Rechte Kataloniens. Ein eigener Staat würde uns aus der Krise führen. Wir haben die Krise, weil wir an Spanien hängen.”

Während die Kühe Gallifas in ihrer ewigen Gleichmut weitergrasen und sich nicht um menschliche Sorgen sorgen, hofft manch ein Einwohner des Rebellendorfs, dass der Schritt nun Nachahmer findet.

Joan Font: “Wenn mehr Menschen, Unternehmer und andere Orte mitmachen, dann können wir genug Druck auf die katalanische Regierung ausüben, damit sie kein Geld mehr nach Madrid überweist. Sie wird das Geld dann behalten, das ja letztlich uns gehört.”

Enric Bosc dagegen ist eher skeptisch: “Ich weiß nicht recht. Die werden uns Inspektoren schicken und andere Sachen, wie es die Behörden eben tun. Aber ich freue mich, dass wir die Ersten sind.”

Erst jüngst machte Gallifa einen rein symbolischen Schritt in Richtung Unabhängigkeit: Gemeinsam mit 170 anderen Ortschaften trat das Dorf dem im September gegründeten Verbund “Freies katalanisches Territorium” bei. Damit kann Gallifa ohne weitere Folgen schon mal ein bisschen Unabhängigkeit spielen.