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Leben im Alarmzustand im Kibbuz Mefalsim

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Leben im Alarmzustand im Kibbuz Mefalsim

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Der Kibbuz Mefalsim ist nur zwei Kilometer vom Gaza-Streifen entfernt – und zur Zeit fast menschenleer. Die Hälfte der etwa 800 Bewohner haben in sichereren Gegenden Israels Zuflucht gesucht. Auch nach der Waffenruhe gilt hier der Alarmzustand, man soll möglichst zu Hause bleiben, stündlich Radio hören, nicht mit Kindern auf die Strasse gehen.

Der Sicherheitschef von Mefalsim kommt aus Argentinien – wie viele der Kibbuz-Bewohner von Mefalsim. Was die Sicherheitsstufe betrifft, habe sich hier nichts geändert, erklärt Claudio Mairovich. Allgemein werde die Waffenruhe nach zwei Stunden oder zwei Tagen wieder gebrochen. Es dauere immer eine Weile, bis die Waffen wirklich ruhten.

Die meisten Kibbuzniks gehen vorerst nicht aus dem Haus. Im Supermarkt sitzt die Verkäuferin ganz alleine an der Kasse.

Dabei ist hier seit 2008 keine Rakete mehr eingeschlagen. Doch seitdem gibt es Schutzräume – alle hundert Meter.

Der Kibbuz-Sicherheitsexperte erklärt, dass Schutzräume in der Nähe der Bushaltestelle liegen, von der aus die Kinder jeden Morgen in die Schule fahren. 40 bis 50 Kinder leben in Melfasim. Deshalb werden viele Schutzräume gebraucht. Und wenn es einen Alarm gibt, bleiben nur sieben Sekunden Zeit bis zum Einschlag der Rakete im Kibbuz.

Der Konflikt um die israelische Militäroperation “Säule der Verteidigung” ist für die Kibbuzniks eigentlich nichts Neues.

Unser Reporter vor Ort meint: “Seit der Gründung des Kibbuz 1949 hat man hier an der Grenze zu Gaza viele Kriege erlebt. Es gab immer wieder bewaffnete Konflikte gefolgt von Waffenruhen. Die Waffenruhen wurden oft wieder gebrochen und hier im Kibbuz wie in der gesamten Region gilt eigentlich immer der Ausnahmezustand.”