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Nach Protesten - Mursi verteidigt Justiz-Durchmarsch

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Nach Protesten - Mursi verteidigt Justiz-Durchmarsch

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Demonstranten gegen die Verfassungserklärung des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi haben
mehrere Büros der Partei der Muslimbruderschaft angezündet. Nach Medienangaben gingen Büros der Partei für Freiheit und Gerechtigkeit (FJP) in Alexandria, Port Said und Suez in Flammen auf. In Alexandria wurden nach Medienberichten Dutzende Menschen verletzt. In Kairo protestierten auf dem Tahrirplatz tausende gegen die Entmachtung der Justiz.

Demonstrant Phillip Youssef:

“Diese Entscheidungen sind nicht gut durchdacht. Ich meine, der Präsident hatte nicht das Wohl des ägyptischen Volkes vor Augen, als er sie getroffen hat. Er wollte das Land unter Kontrolle bekommen, das ist alles.”

In einer Erklärung hatte Mursi unter anderem dem Verfassungsgericht das Recht abgesprochen, über das von Islamisten dominierte Verfassungskomitee zu urteilen und sich selbst das letzte Wort in praktisch allen politischen Fragen gesichert. Liberale und linke Politiker warfen ihm daraufhin vor, er benehme sich wie ein “Pharao”.

Vor Unterstützern verteidigte Mursi sein Tun: Er habe versprochen, sich einzumischen, um
die Nation vor Gefahren zu schützen, und das habe er nun getan.

Das ägyptische Verfassungsgericht beschäftigt sich aktuell mit der Frage, ob das von Islamisten dominierte verfassungsgebende Komitee möglicherweise illegal ist.

Mit Reuters, dpa, AFP