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Ägypten: Massenproteste gegen den "Pharao" Mursi

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Ägypten: Massenproteste gegen den "Pharao" Mursi

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In Ägypten protestieren Zehntausende gegen den Regierungsstil der Islamisten um Präsident Mohammed Mursi. Auf dem Tahrir-Platz riefen die Menschen Slogans gegen Mursi und den Verfassungsentwurf der Islamisten. Am Donnerstag hatte der Präsident die Justiz praktisch ausgehebelt und den kritischen Generalstaatsanwalt gefeuert. Besonders Linke und Liberale sind empört, sie warfen Mursi vor, er habe sich zum “Pharao” gemacht, etwa durch die Tatsache, dass er nun in so ziemlich allen politischen Fragen das letzte Wort hat.

Ein alter Mann auf dem Tahrirplatz sagt: “Ich habe damals für Mohammed Mursi gestimmt, aber er hat nichts Gutes getan. Dabei dachten wir eigentlich, er wäre besser als Ahmed Schafik, der andere Präsidentschaftskandidat, und dass er etwas verändern würde.”

In Kairo und anderen Orten kam es zu Zusammenstößen zwischen den Islamisten und den Regierungsgegnern. In Kairo zündeten Demonstranten Büros der Muslimbrüderpartei Freiheit und Gerechtigkeit an. Auch in Port Said, Suez und Alexandria gingen Presseberichten nach Büros der Partei in Flammen auf. 30 Menschen wurden verletzt.

Mursi selbst verteidigte sein Vorgehen. Vor Salafisten und Muslimbrüdern sagte er, mit seinem Schritt habe er die Nation vor Gefahren geschützt. Kritiker glauben indes, Mursi wolle vor allem die Islamisten an der Macht vor der Justiz schützen.